BOLLINGER FORDERN VOM STADTRAT ANSCHLUSS

Seit Jahren wehren sich die Bewohner des Ortes Bollingen als Teil von Rapperswil-Jona für einen besseren Anschluss via Veloweg und die bessere Versorgung durch den öffentlichen Verkehr. Jetzt schreiben sie einen offenen Brief an den Stadtrat.

An
Stadtpräsident Martin Stöckling
Stadtrat Rapperswil-Jona
St. Gallerstrasse 40
8645 Rapperswil-Jona

Bollingen, März 2019

GV Dorfverein / Verkehrsprobleme Bollingen

Sehr geehrter Herr Stadtpräsident, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte

Am 1. März 2019 haben wir unsere Generalversammlung vom Dorfverein Bollingen durchgeführt. Wir bedanken uns für die Teilnahme von Stadträtin Tanja Zschokke sowie den durch die Stadt offerierten Kaffee.

Der Unmut der zahlreich erschienenen Dorfvereinsmitglieder wird von Jahr zu Jahr grösser. Der Dorfverein kämpft nunmehr seit 13 Jahren für seine Anliegen und fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen.

Bollingen ist vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten. Die nächsten Haltestellen in Schmerikon oder Jona sind rund 4 Kilometer entfernt. Kinder, Schüler und ältere Einwohner sind auf Hilfe angewiesen. Kantonsrätin Hedy Fürer hat beim Kanton einen Antrag eingebracht, die geplante Buslinie zwischen Benken und Schmerikon nach Jona zu verlängern. Der Kanton verweist darauf, dass die Gemeinde ein Fahrplanbegehren eingeben könne.

Für die Bevölkerung von Bollingen ist es völlig unverständlich, dass die Stadt Rapperswil-Jona offenbar nicht willens ist, unsere Anliegen aufzunehmen. Wir haben die Stadt, wie sie wissen, in vielen Gesprächen im Rathaus, an unserer jeweiligen GV als auch in Medienmitteilungen immer wieder auf unsere Anliegen aufmerksam gemacht und darum gebeten, dass auch innovative Lösungen als Ersatz zum ÖV, etwa Taxito der Gemeinde Willisau, geprüft werden. Passiert ist gar nichts. Was anderen Gemeinden mit erheblich geringeren Ressourcen schaffen, erscheint in Rapperswil-Jona unmöglich.

An unserer GV hat Stadträtin Tanja Zschokke informiert, dass die Sanierung der Seestrasse in das
17. Strassenbauprogramm aufgenommen wurde, dass jedoch keine Informationen zum geplanten Veloweg ersichtlich seien. Dies nachdem uns der Stadtpräsident vor einem Jahr gesagt hat, dass die entsprechenden Entscheide letzten Herbst fallen würden. Gehört haben wir nichts! Ist es so, dass die Stadtbehörde nicht einmal weiss, ob der geplante Rad- und Fussgängerweg, über den seit 15 Jahren debattiert wird, im Strassenbauprogramm enthalten ist oder nicht?

Überaus enttäuschend und erstaunlich ist, dass die Stadt offenbar bei den in den letzten zwei Jahren bewilligt Bauten an der Uznacherstrasse jegliche Voraussicht bezüglich Veloweg offenbar vermissen liess. Beim Bau der Oase (früher Restaurant Schiff) wurde eine Garage Richtung Hauptstrasse auf derart unverständliche Weise bewilligt, dass an dieser Stelle später kein Veloweg mehr gebaut werden kann, oder die Garage geschlossen werden muss. Bei Stafflen 6 wurde der Garten offenbar so bewilligt, als ob es nie einen Veloweg geben würde. Und das, obwohl die Stadt auf unser Begehren vor dem Bau des Hauses einen Plan zugestellt hat, auf dem Velo- und Fussweg eingezeichnet waren.

Bezüglich Bollingen sind nachfolgende Pendenzen hängig:

  1. Realisierung Verlängerung Radweg Jona-Bollingen im Rahmen des Strassenbauprogramms bis 2021. Wir wünschen, laufend informiert zu werden, damit bei der Planung der Sanierung der Verlauf des Rad-/ Fussgängerwegs auch tatsächlich miteingeplant wird – und nicht wieder vergessen geht.
  2. Anmeldung der beiden Durchfahrtsrechte für einen Radweg-/ Fussgängerweg bei der Liegenschaft Stafflen 6 sowie bei der Oase auf dem Grundbuchamt als Servitut. Schliesslich hat die Stadt dem Dorfverein vor dem Bau der beiden Häuser einen Baubewilligungs-Plan zugestellt, auf dem der Rad-/Fussgängerweg eingezeichnet wurde. Somit sind diese Rechte für die Öffentlichkeit auch zu sichern.
  3. Planung des Rad-/Fussgängerweges ist nun tatsächlich an die Hand zu nehmen. Wenn nein, sieht sich der Dorfverein gezwungen, mit einer Petition an die Öffentlichkeit zu gelangen.
  4. Zusammen mit dem Radweg der Uznacherstrasse entlang ist die von uns schon seit Jahren vorgeschlagene Trennung von Fussgängern und Radfahrern auf dem Strandweg von Jona bis Bollingen via Riet zu prüfen. Für die Fussgänger ist der permanent zunehmenden Veloverkehr auf dem Strandweg eine Zumutung.
  5. Eingabe Fahrplanbegehren für eine Verlängerung der Buslinie Benken-Uznach-Schmerikon bis nach Jona (östliche Erschliessung Buech). Die 41 anwesenden Mitglieder des Dorfverein Bollingen haben an der GV am 1.3.2019 einstimmig für ein Fahrplanbegehen votiert.
  6. Prüfung von Alternativen zum ÖV für Bollingen (z.B. Taxito der Gemeinde Willisau). Planung eines Pilotbetriebs Bollingen-Jona / Bollingen-Schmerikon. Die entsprechenden Erfahrungen können direkt vom Anbieter des Systems oder von der Gemeinde Willisau eingeholt werden.
  7. Realisation eines Projektes Langsamverkehr und Umsetzung von Sofortmassnahmen z.B. Bremsschwellen in beiden Dorfeingängen. Auch Velo-, resp. E-Bike-Fahrer sollten dabei gezwungen werden, ihr Tempo auf ein vernünftiges Mass anzupassen. Wir haben schon mehrfach auf die Gefahr für Kinder und durch schnellfahrende Velos durch die enge Dorfstrasse aufmerksam gemacht. Seit Jahren verspricht uns die Stadt, ein Projekt anzugehen.
  8. Zeitgerechte Information bezüglich Nutzungsverwendung Feuerwehrdepot Bollingen unter Einbezug des Dorfvereins.
  9. Realisierung der Informationstafel im Dorf, mit dem Hinweis auf die Haltestelle Schulbus.

Freundliche Grüsse

Dorfverein Bollingen, für den Vorstand:

Stefan Haumüller, Präsident Dorfverein Bollingen
Bruno Hug, Vorstandsmitglied

(OriginalMitteilung)

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