BLUES’N’JAZZ-FESTIVAL ALS WOHLFÜHLOASE

Marc Lindegger, Franco Knie und Reto Caviezel (Foto von links nach rechts) stehen für das Blues’n’Jazz Festival. Die Stichworte zur Ausgabe 2019: Genuss, Kooperation und Musik-Entdeckungen.

18 Bands treten an drei Tagen auf drei Bühnen auf. Darunter bekannte Namen wie Stephan Eicher, Marius Bear, Nike West, Electro Deluxe oder KingKing. Mehr Informationen hier: https://linth24.ch/stephan-eicher-am-bluesnjazz/. Bei den Bands kommt fast die Hälfte aus der Schweizer Musikszene, darunter Pascal Geiser, Dominic Schoemaker oder Känzig & Känzig.

Die Präsentation des Programms im Himmapan Lodge im Kinderzoo Rapperswil erfüllte die Organisatoren sichtlich mit Stolz. Aber die 21. Ausgabe des Blues’n’Jazz soll mehr sein als ein dreitägiges Music Open-Air.

Franco Knie, freundschaftlich verbunden mit den Organisatoren, sagte: «Musik prägte mein Leben», doch früher hätte er bei all den Zirkusvorstellungen kaum Zeit gehabt für Konzerte ausserhalb des Chapiteau. «Heute freue ich mich auf die Musik. Das Blues’n’Jazz gehört zu Rapperswil.»

Der Veranstalter, die Carré Event AG, zieht nach den ersten 20 Jahren Festival ein Fazit: «Wir haben ein paar Sachen richtig gemacht und ein paar Sachen falsch». Reto Caviezel und Marc Lindegger von Carré: «Die alleinige Konzentration auf die Musik war ein Fehler». Man habe damit Chancen verpasst.

«Es geht nicht nur um Musik, sondern auch um das look&feel», «ein gemütliches Festival, direkt am See auf drei Bühnen», «ein Flanierfestival», «eine Wohlfühloase». «Es soll ein schönes Festival sein», betont Lindegger.

Das ist die neue Richtung. Die Anzahl Sitzplätze wird erhöht, für Bier und Wein wurden neue Partner gefunden. «Die Preise bleiben moderat», sagt Reto Caviezel. Auf die Verpflegung wird mehr Wert gelegt: «Wir wollen keine billigen Plastikzelte mehr mit einem Schild auf dem ‘Hamburger’ steht.» Das «Bar-Dorf» am Hafen wird ausgebaut und es werden mehr lokale Vereine einbezogen.

Die «Super-Zusammenarbeit» mit den Behörden sei schon jeher ein Trumpf. «Nur hier und in Davos klappt es so gut», sagt Caviezel und zwinkert in Richtung Stadtpräsident Martin Stöckling. Die Einwohner von Rapperswil-Jona erhalten in den nächsten Wochen Gutscheine mit denen sie Billette günstiger kaufen können. Auch das Verhältnis mit den Restaurants, die sich innerhalb des Geländes befinden, hat sich entspannt.

Und etwas kommt zurück: Die Bändel. Man habe realisiert, dass viele Besucher auf Schleichwegen – quasi als «Schwarzseher» – aufs Festivalgelände kommen. Das könne man zwar auch mit Eintrittsbändeln nicht verhindern, aber, so Caviezel: «Die Leute, die keinen Eintritt zahlen, sollen wenigstens ein schlechtes Gewissen haben.»

Mario Aldrovandi

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