BLITZERSERIE: WO DIE POLIZEI AM MEISTEN KASSIERT

Das Linthgebiet ist bei Tempobussen die Milchkuh des Kantons. Mit semistationären Messanlagen wurden hier seit Jahresbeginn fast die Hälfte aller kantonalen Bussen einkassiert. Drei Blitzer waren besonders fleissige Dukaten-Produzenten.

Tatort: Zürcherstrasse in Schmerikon. Richtung Rapperswil-Jona. Rechte Seite. Dort stand der Top-Goldesel: 48 Tage und 9 Stunden lang. Er blitzte fleissig in beide Richtungen – Fahrzeuge auf dem Weg nach Jona oder nach Schmerikon. Kontrolliert wurden 306’00 Fahrzeuge. Resultat: 8’877 Bussen oder Strafen. Beute für die Staatskasse: 785’700 Franken.

Schmerikon ist Spitzenreiter

Kein Standort im Kanton rentierte besser als der Schmerkner Blitzer. Seit Anfang Jahr waren an 55 Orten Anlagen aufgestellt. Gesamteinnahmen:  5,468 Millionen Franken. Schmerikon alleine brachte mit seinen 785’700 Franken über 14 Prozent aller Busseinnahmen des ganzen Kantons.

Schmerikon: Tempo 50 Zone mit gut verstecktem Blitzgerät. In Sichtweite das Tempo 80 Schild.

Für diesen Kassenschlager gibt es drei Gründe: Erstens ist die Anlage klein und recht gut versteck. Zweitens stand der Blitzer 48 Tage lang dort, was bedeutend länger ist als der kantonale Durchschnitt. Dieser beträgt 34 Tage. Drittens sahen Fahrende in Richtung Jona  vor sich bereits das 80 Km Ausserorts-Schild, wurden aber noch in der Tempo 50 Zone geblitzt. Und für Fahrer nach Schmerikon stand der Blitzer ebenfalls recht kurz nach der Tempo-Reduktion und im Sichtschatten einer Rampe. All diese Faktoren führten dazu, dass 2.9%, also drei von hundert Fahrern, in die Bussenfalle tappten. Nur beim Blitzer in St. Johann war die Erfolgsquote für Extraeinnahmen noch ein wenig höher.

Platz 2 und 3 für Uznach und Jona

Auch die weiteren kantonalen Spitzenreiter kommen aus dem Linthgebiet. An der Grynaustrasse in Uznach wurden sagenhafte 65 Tage lang gemessen, bis schliesslich 5’984 Tempobolzer gebüsst werden konnten. Einnahmen: 526’190 Franken. Platz 2 im Kanton.
Erfolgreich für die Staatskasse war die Grynaustrasse nicht, weil besonders viele Fahrer zu schnell fuhren – es waren mit 1,2 Prozent nur wenig mehr als im kantonalen Durchschnitt – sondern, weil besonders lange gemessen wurde, nämlich fast doppelt so lange wie sonst im Kanton.

Dasselbe gilt für die Messtation Zürcherstrasse in Jona. Während 56 Tagen und 23 Stunden stand hier ein Blitzer. Auch in Jona war die Durchfallquote nur knapp über dem kantonalen Schnitt. Aber wegen der langen Messdauer kamen doch 445’260 Franken in die Kasse. Der dritte Podestplatz für das Linthgebiet.

Innerorts-Messungen rentieren

Von den elf Blitzern im Linthgebiet standen zehn in einer Tempo-50 Zone. Sie rentierten. Für die einzige gemessene 80-er Tempo-Zone galt das nicht. Die Anlage an der Uznacherstrasse auf dem Ricken brachte lediglich 132 Verzeigungen und einen mageren Ertrag: 7’860 Franken. Schon nach 30 Tagen und 3 Stunden wurde die Anlage abgebaut.

(Bericht: Linth24, Autor: Mario Aldrovandi) 

 

Zusatzinformationen zu Bussenautomaten
Gemäss Auskunft der Kantonspolizei:

  • Einmalige Anschaffungskosten für ein semistationäres Messgerät: 180’000 Franken.
  • Im Jahr 2014 wurde die Zahl von damals 4 auf heute 9 Geräte ausgebaut und laufend erneuert.
  • Zudem sind im Kanton 11 fixe Messeinheiten im Einsatz. Sie werden dieses Jahr auf 9 reduziert.
  • Reduziert wird auch die Zahl der mobilen Messgeräte, von 3 auf 2.

Als Nächstes in der Blitzerserie: Wie die Polizei ihr Vorgehen begründet und warum nicht alle Argumente überzeugen.

Top