BLITZERSERIE: POLITIKER ZWISCHEN AKZEPTANZ UND WIDERSTAND

Das Linthgebiet war dieses Jahr die Bussen-Milchkuh des Kantons. Die Artikelserie von Linth24 wurde in den sozialen Medien heftig diskutiert. Vom naseweisen Kommentar bis zur empörten Reaktion war alles dabei. Ähnlich geht es auch den Kantonsräten, die sich gegenüber Linth24 äussern.

Cornel Aerne, Kantonsrat der CVP in Eschenbach, ist im Dilemma. Einerseits war seine Gemeinde eine der besten Geldquellen für die Bussekasse, anderseits ist er von Beruf «Kriminaltechniker».

Cornel Aerne, CVP

Aerne erinnert daran, dass der Kantonsrat im Jahr 2014 die Anschaffung von zusätzlichen Blitzern beschloss. Aerne: «Wäre ich damals schon im Parlament gewesen, hätte ich dieser Massnahme nicht zugestimmt». Anderseits: «Allerdings ist es so, dass jeder Fahrzeuglenker selber dafür verantwortlich ist, wie viel er in die Staatskasse einzahlen möchte».

Eva B. Keller, Kantonsrätin der SP aus Kaltbrunn, fährt ganz auf Staatskurs: «Trotz allem Ärger sind die Bussen gerechtfertigt. Pech für die, die es erwischt – gut für die Kantonsfinanzen».

Eva B. Keller, SP

Gerade diese Finanzart ärgern den Finanzanalysten Christopher Chandiramani von der SVP Rapperswil-Jona: «Unschön ist auch, dass es für die Verkehrsbussen Budgetvorgaben vom Kanton gibt, das heisst die einzelnen Polizisten werden regelmässig unter Druck gesetzt, falls sie ihr Soll nicht erreichen.»

Christopher Chandiramani, SVP

Dass das Bussengeld in die allgemeine Staatskasse kommt, findet die SVP-Kantonsrätin Hedy Fürer von der SVP Rapperswil-Jona nicht in Ordnung.

Hedy Fürer, SVP

Das Geld müsse nicht in die Staatskasse kommen, meint Fürer, sondern wenn schon in den Strassenfonds: «Ich bin der Meinung, wenn der Autofahrer schon Bussen bezahlen muss, sollen sie auch wieder für ihn eingesetzt werden.»

Bernhard Zahner, SVP

Eher locker nimmt es ihr Parteikollege Bernhard Zahner aus Kaltbrunn: «Vielleicht sind wir im Linthgebiet halt einfach immer etwas schneller unterwegs oder man kann einfacher Bussengelder erwirtschaften». Von seiner Seite her sei kein Vorstoss im Kantonsrat geplant. Darin ist sich auch seine Dorf-Genossin Eva Keller einig: «Ich habe keine Absicht, deswegen einen Vorstoss oder eine Anfrage einzureichen.»

Brigitte Pool, FDP

So einfach will es sich Brigitte Pool von der FDP Uznach nicht machen. «Sicher wollen wir alle keine Raser auf der Strasse, aber nach welchen Kriterien die «Blitzkasten» aufgestellt werden, weiss ich nicht.» Dieses Nichtwissen will die Tierärztin ändern: Sie wird das Thema beim «nächsten regionalen Anlass» aller Kantonsräte diskutieren.

Sollten Kantonsräte aus dem Linthgebiet in dieser Sache aktiv werden, berichtet Linth24 darüber.

(Linth24, Mario Aldrovandi)

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