BLITZER-SERIE: DAS LINTHGEBIET IST DIE MILCHKUH DES KANTONS

Nirgendwo stellt die Kantonspolizei St. Gallen länger Tempomess-Geräte auf als im Linthgebiet. Die Folge: Fast die Hälfte aller Einnahmen mit semistationären Blitzern des Kantons werden hier realisiert. Obwohl das Linthgebiet nur eine von sechs St. Galler Regionen ist

Die Statistik ist topaktuell und explosiv: «Standorte semistationäre Messanlagen im 2018», Absender: Kantonspolizei St. Gallen. Empfänger: Redaktion Linth24. Inhalt: Alle Einsatzorte der insgesamt neun semistationären Anlagen; Dauer des Einsatzes in Stunden und Minuten; Anzahl der kontrollierten Fahrzeuge; Anzahl Verzeigungen; Maximale Tempoüberschreitungen und Summe der Bussen pro Standort.

Über 2,5 Millionen Franken – Fast die Hälfte der Bussen

In Kaltbrunn, Ricken, Uznach, Schmerikon, Jona, Ermenschwil, Eschenbach, Neuhaus und St. Gallenkappel betrugen die Bussgelder in diesem Jahr zusammen 2’573’940 Franken. Im gesamten Kanton wurde im gleichen Zeitpunkt – inklusive Linthgebiet – 5’468’090 Franken dank semistationären Anlagen eingenommen. Das Linthgebiet zahlte also 47% der Bussen des ganzen Kantons, obwohl es nur eine von sechs Regionen ist.

Besonders lange Messperioden

Auf den ersten Blick sieht die Verteilung der Messanlagen in diesen neun Monaten nicht sehr nachteilig für das Linthgebiet aus. An 55 Standorten im Kanton standen einer oder mehrere Blechkästen in den ersten neun Monaten. Elf Standorte waren «ännet dem Ricken» – aus Sicht der St. Galler.

Auffallend ist aber, wie viel länger ein Blechpolizist im Linthgebiet, als im Rest des Kantons steht. Durchschnittlich betrug die Messdauer im Kanton pro Standort 34 Tage. Im Linthgebiet ist sie oft bedeutend länger. Das extremste Beispiel, welches alle anderen im Kanton weit überragt: Die Messung an der Grynaustrasse in Uznach dauerte 65 Tage und 22 Stunden – also fast doppelt so lang wie der kantonale Durchschnitt. An der Zürcherstrasse in Jona lag das Gerät 56 Tage und 23 Stunden auf der Lauer und in Neuhaus an der Bürgstrasse 56 Tage und 17 Stunden. Mit diesen drei Standorten belegt das Linthgebiet in Sachen Messdauer die Positionen 1, 3 und 4 im Kanton.

Bei solch langen Aufenthaltszeiten, ist es kein Wunder, dass die Kasse hier besonders üppig klingelt.

(Bericht: Linth24, Autor: Mario Aldrovandi) 

Zusatzinformationen
Die Kantonspolizei unterscheidet zwischen:

  • Fixe Messanlagen: Standortgebunden
  • Semistationäre Messanlagen: Können verstellt werden, bleiben jedoch ca. 4-6 Wochen am selben Ort.
  • Mobile Messanlagen: Werden zum Messen aufgestellt (in der Regeln Stundenweise) und danach wieder abgebaut und mitgenommen.

Morgen in der Blitzer-Serie: Wo am meisten kassiert wird.

(Korrigenda 18.10.2018/13.10 Uhr: In einer ersten Version wurde die Dauer der Präsenz fälschlicherweise mit Stunden und Minuten, statt Tage und Stunden, abgegeben. Dies ist nun korrigiert.)

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