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Essen & Trinken
06.11.2021
06.11.2021 08:35 Uhr

Ein armer Hirte – Erfinder des Käsefondues

Das erste Fondue soll in der Region der westlichen Alpen zubereitet worden sein.
Das erste Fondue soll in der Region der westlichen Alpen zubereitet worden sein. Bild: Pixabay
Das Käsefondue gehört zu den wohl bekanntesten Nationalspeisen der Schweiz und wird besonders gerne in den kälteren Monaten gegessen. Über die genaue Entstehung gibt es jedoch nur Legenden.

Die genaue Herkunft des Käsefondues ist unklar. Sowohl die Schweiz als auch Savoyen in Frankreich erheben den Anspruch auf den Ursprung des Fondues. Der Legende nach hatte ein armer Hirte in den Schweizer Bergen genug von seiner eintönigen Nahrung aus Brot und Käse und kam auf die Idee, den Käse zu kochen. Damit war das weit über die Schweizer Landesgrenze hinaus bekannte und beliebte Käsefondue geboren.

Doch vielleicht solle man noch etwas weiter zurückgehen in der Geschichte. So wird in Homers «Ilias» bereits ein Gericht beschrieben, das aus geriebenem Ziegenkäse, Mehl und Wein bestand und über dem Feuer geschmolzen wurde.

Der Ursprung ist nicht klar

Rund 2'500 Jahre nach Homer gab es ein neues Fonduerezept von der Zürcherin Anna Margarethe Gessner 1699 in ihrem Kochbuch, was wohl das erste Fonduerezept in deutscher Sprache sein dürfte. Darin beschrieb sie ausführlich, wie das Gericht aus geschmolzenem Käse zubereitet wird.

Nirgends so traditionell wie in der Schweiz

Niemand weiss aber wirklich genau, wer das Fondue erfunden hat. Doch die Tradition wird nach wie vor nirgends so gepflegt wie in der Schweiz. In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Fondue in den Küchen der Schweizer Armee aufgenommen und danach verbreitete es sich rasant in allen Kantonen. Vielleicht waren es Touristen, die das Fondue nach ihrem Aufenthalt in der Schweiz zu Hause nachkochten und es so überall bekannt wurde.

Unzählige Varianten

Es gibt inzwischen unzählige Arten von Käsefondue. Die Mischung macht es aus. Die italienische Variante, «Fonduta Valdostana» besteht aus italienischem Fontinakäse, Milch, Butter, Eigelb, handgehobeltem Trüffel und in Scheiben geschnittenen Champignons. Für dieses Fondue werden geröstete Weissbrotwürfel in Käse getaucht. Besonders ist auch, dass der geschmolzene Käse in tiefe Terrakottateller gefüllt und serviert wird.

Längst gibt es neben dem Käsefondue das Fleisch- oder Fischfondue. Das Fondue bourguigonne ist auch als Fettfondue bekannt, weil das Fleisch im Fett im Pfännchen auf dem Rechaud gebraten wird. Das Fondue Chinoise unterscheidet sich darin, dass das Fleisch in der Bouillon gekocht wird. Es ist die asiatische Variante.

Eine «richtige» Art, Fondue zu machen, gibt es wohl kaum. Mittlerweile gibt es unzählige Fertigmischungen, doch viele Schweizer Familien besitzen auch ihr eigenes Familienrezept, wodurch das Fondue bei jedem ein wenig anders schmeckt. Die Essenz, der Käse und das Brot, bleiben jedoch überall bestehen.

Rezept

Zutaten für vier Personen:

  • 1 bis 2 Knoblauchzehen, halbiert
  • 800 g Fondue-Käsemischung, geraffelt, z.B. Fondue moitié-moitié oder vom Käser gemischt
  • 4 TL Maisstärke
  • 3,5 dl Weisswein
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1 Gläschen Kirsch à ca. 2.4 cl
  • Pfeffer, Muskat
  • Dazu: 600 bis 800 g Brot, gewürfelt

Rezept: Swissmilk

Goldküste24 / Linth24