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Essen & Trinken
21.10.2021
21.10.2021 09:29 Uhr

Auf der Insel Ufnau geht eine Ära zu Ende

Rösli und Beat Lötscher: «Unser Ziel war immer, dass der Gast glücklich von der Insel geht und am nächsten Tag wieder kommt und jeman­den mitbringt.»
Rösli und Beat Lötscher: «Unser Ziel war immer, dass der Gast glücklich von der Insel geht und am nächsten Tag wieder kommt und jeman­den mitbringt.» Bild: Anouk Arbenz
Am 24. Oktober wirten Rösli und Beat Lötscher zum letzten Mal im Gasthaus zu den zwei Raben auf der Insel Ufnau. Diese Woche können Gäste noch vom «Raclettehit» und von musikalischer Unterhaltung profitieren.

Eigentlich wollten sie ja schon vor 15 Jahren mit dem Wirten aufhören, Rösli und Beat Lötscher, nachdem sie knapp 20 Jahre die Besucher des Gasthauses St. Meinrad verköstigt hatten. Doch wer die beiden kennt, weiss, dass sie mit ihrer warmherzigen, humorvollen und zuvorkommenden Art die geborenen Wirte sind: Sie die dynamische Managerin mit dem schönen Lächeln und den sanften Augen, die das Gesicht der Ufnau geworden ist, er der stille Schaffer im Hintergrund, der sein Boot bei jedem Wetter im Griff hat und mit seiner charmanten, direkten Art viele Sympathien einheimst.

Wie Familienmitglieder werden die Gäste im Gasthaus zu den zwei Raben begrüsst, kein Tisch, wo Lötschers nicht vorbeigehen und einen kleinen Schwatz halten. Sie sind glücklich, wenn die Restaurantbesucher zufrieden und satt nach Hause gehen und wieder kommen. Fischknusperli, Wurst und Caramelköpfli waren deshalb für jedermann erschwinglich und die Selbstbedienung stellte sicher, dass auch jeder sein Schiff wieder gemütlich erreichte.

  • Beat Lötscher war unter anderem für Transport, Entsorgung und Einkauf zuständig. Bild: zvg
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  • Das Haus zu den zwei Raben vor dem grossen Umbau. Bild: zvg
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  • Rösli Lötscher beim Zubereiten der beliebten Fischknusperli 2016. Bild: zvg
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Bis 95 arbeiten «und tot umfallen» ist keine Option

Nun ist es aber definitiv vorbei. Rösli und Beat Lötscher treten am Montag in den Ruhestand. Oder wie es Beat Lötscher ausdrückt: «Was wotsch? Die Zeit holt einen einfach ein. Man kann bis 95 wirten und dann tot umfallen oder aufhören und einen neuen Lebensabschnitt beginnen.» Speziell wird für Rösli und Beat Lötscher die nächste Zeit fernab der Insel Ufnau aber nicht nur wegen der neu gewonnenen Freizeit, sondern weil die beiden nach fast vierzig Jahren der Zusammenarbeit getrennte Wege gehen werden. Selbst nach der Trennung blieben die beiden Geschäftspartner und können wahrlich als «Dream-Team» beschrieben werden.

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Alle SAC-Hütten erwandern und Bauernhof pflegen

«Ich werde Beat schon vermissen», gesteht Rösli Lötscher. «Wir haben einander vertraut und immer geholfen, auch wenn wir nicht oft gleicher Meinung waren und dies dann lautstark mitteilten», sagt die 63-Jährige und lacht über den letzten Teil. Das Wirten und die Insel war ihrer beider Leben in diesen 15 Jahren. Doch sie freuen sich jetzt auch darauf, die Insel hinter sich zu lassen. «Wir müssen den Kopf befreien und Freude an anderen Sachen entdecken», sagt Rösli Lötscher. Sie möchte einen Sommer lang in die Berge und die Schweiz von oben sehen. «Ich will alle SAC-Hütten besuchen», freut sich Rösli. In den letzten 15 Jahren hatte sie im Sommer immer arbeiten müssen. Beat Lötscher möchte seine Zeit mit seiner Familie im Luzerner Hinterland verbringen und den Bauernhof pflegen.

  • Die beliebten Caramelköpfli von Beat und Rösli Lötscher. Bild: zvg
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  • Blick vom Schiff auf das Inselrestaurant. Bild: zvg
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Zur «Inselgluggere» geworden

Vielen fällt der Abschied schwer. Rösli und Beat Lötscher hielten die Leute zusammen und gaben ihnen auf dieser idyllischen Insel ein Stück Zuhause. Es ist dem neuen Geschäftsführer unter Gross-Gastronom Michel Péclard zu wünschen, dass ihm dies auch gelingen wird. Begeisterung, Leidenschaft und Wertschätzung kann man nun mal nicht vorspielen. Rösli Lötscher ist jedoch überzeugt, dass die neuen Pächter «auch nur das Beste für die Insel und die Gäste wollen». 

Die Vereinigung der Freunde des Klosters Einsiedeln hat Rösli und Beat Lötscher zum Abschied zwei Bäume geschenkt, die am 24. November feierlich gepflanzt werden. Noch bis kommenden Sonntag können Gäste des Gasthauses vom «Raclette-Hit» profitieren. Am Dienstag war die Ziistigs Musik vom St. Meinrad zu hören, Donnerstag bis Samstag spielen Wisi Mächler und Werner Kessler auf. Am Sonntag wird dann der Abschluss mit Musik von Edgar Nauer gefeiert – nur wenn das Wetter stimmt.

Anouk Arbenz March24/ Linth24