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16.10.2021
18.10.2021 16:09 Uhr

Ohne Zertifikat im Warmen sitzen

Linth24 präsentiert einige Restaurants, in welchem man auch bei kalten Temperaturen gemütlich draussen sitzen kann.
Linth24 präsentiert einige Restaurants, in welchem man auch bei kalten Temperaturen gemütlich draussen sitzen kann. Bild: Facebook
Draussen wird es immer kälter und das Sitzen auf Restaurantterrassen immer unangenehmer. Doch Gäste ohne Zertifikat haben keine andere Wahl. Um dem entgegenzuwirken stellen die Wirte nun Aussenzelte auf.

Langsam aber sicher bleiben die Temperaturen im einstelligen Bereich, und draussen sitzen kann je nachdem schon unangenehm werden. Restaurantgäste, welche kein Zertifikat besitzen, dürfen jedoch nicht in den Innenbereich und müssen mit der Terrasse vorliebnehmen – noch dazu kommt, dass seit heute die Corona-Tests kostenpflichtig sind.

Um dafür zu sorgen, dass auch ungeimpfte und ungetestete Personen trotzdem noch einen Restaurantbesuch abstatten, dabei aber nicht gerade erfrieren, dafür haben viele Wirte in Rapperswil-Jona und Umgebung ihre Aussenzelte aufgebaut. Hier eine kleine Aufzählung:

  • Zeughaus Grill in Rapperswil Jona
  • Kriss Grill in Rapperswil-Jona
  • Boomerang in Jona
  • Mirabello in Jona
  • Lotti's Lounge in Rapperswil-Jona
  • StallBar in Jona
  • Beppi in Jona
  • Sit & Drink Thai Bar in Rapperswil

In der Facebook-Gruppe «Gemeinde Rapperswil-Jona» werden unter einem Post fortlaufend weitere Rapperswiler Restaurants hinzugefügt.

«Die Menschen fühlen sich als 2. Klasse»

Der Grund für das Zelt erklärt Mirjam De Melo-Bächtiger vom Zeughausgrill in Rapperswil folgendermassen: «Es ist kalt, und die Gäste, die nicht geimpft sind, bleiben aus. Wir haben sehr warme Decken und auch Heizstrahler und sind an einer neuen Lösung, damit auch unsere Gäste, die draussen essen müssen, nicht frieren. Wir geben nicht auf, denn für uns sind alle Gäste herzlich willkommen. Die Gäste die nicht ins Innere des Restaurant dürfen, verstehen das Verbot nicht, sie fühlen sich als Menschen 2. Klasse. Das macht uns traurig.»

«Nicht das Gleiche wie drinnen»

Auch Cony Sutter hat bei seinem Restaurant Ahoi in Schmerikon ein Aussenzelt aufgestellt, was geschätzt wird. «Die Gäste geniessen das Zelt mit Sicht auf den See und ein grosses Foto von der Schmerkner Haab aus», berichtet Sutter. «Dazu wurde ein Holzboden verlegt und Wärmelampen aufgehängt. Aber: Es ist nicht das Gleiche wie drinnen, man darf nicht vergessen, dass so ein Zelt auf zwei Seiten offen sein muss.»

Auf zwei Seiten offen

Die «Zwei-Seiten-Regel» gilt bei jedem Aussenzelt, so dass es genügend «offen» ist – dass wird auch von der Polizei hier und da kontrolliert. «Wir wurden im Sommer schriftlich verwarnt und es wurde uns bei einem erneuten Vergehen mit Patententzug gedroht, weil wir das Aussenzelt nicht genügend offen hatten», erklärt Mirjam De Melo-Bächtiger. «Es ist noch nicht lange her, da waren Kontrolleure wieder vor Ort bei uns und wollten dass wir alle vier Seiten des Zeltes öffnen – es sei neu Vorschrift. Wir haben uns aber vorgängig bei der Polizei per Mail informiert, wie das jetzt sei mit dem Aussenzelt, da wurde uns gesagt, dass es gleich sei wie bis anhin, also mit zwei offenen Seiten.»

Mindestens drei Monate

Soweit die baupolizeilichen und übrigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften eingehalten sind, bedürfen solche Zelte, wenn sie während höchstens drei Monaten je Kalenderjahr gestellt werden, teilt Stadtschreiber Stefan Eberhard mit. Ob die Restaurants nach Ablauf dieser Zeit eine Bewilligung einholen oder die Zelte abbauen, wird sich zeigen – und wird wahrscheinlich auch abhängig von der zukünftigen Zertifikatspflicht-Situation sein.

Linda Barberi, Linth24