Home Gemeinden In-/Ausland Sport Magazin Agenda
Schmerikon
23.07.2021
23.07.2021 17:57 Uhr

Schmerikon: Drei Hunde nach Vergiftung tot

Hundebesitzern ist zu empfehlen, den das Wasser beim Aabach mit Hunden zu meiden.
Hundebesitzern ist zu empfehlen, den das Wasser beim Aabach mit Hunden zu meiden. Bild: pixabay
Am Donnerstag sind drei Hunde gestorben, nachdem sie im Schmerkner Aabach gespielt haben. Als Todesursache wird eine Vergiftung durch Blaualgen vermutet, welche jedoch nicht bestätigt wird.

Am Donnerstagabend ereigneten sich in Schmerikon tragische Szenen: Zwei gesunde Hunde sind kurz nach ihrem Spaziergang gestorben. Ein weiterer Hund zeigte die gleichen Symptome, starb glücklicherweise jedoch nicht daran. Am anderen Uferende hingegen starb auch ein Welpe. Der von der Besitzerin vermutete Grund: Vergiftung durch Blaualgen.

Eine Hunde-Besitzerin und deren Eltern, welchen der zweite Hund gehört, waren zum Abendspaziergang dem Aabach entlang spaziert. «Unsere Hunde sind ihren eigenen Interessen nachgegangen, aber immer unter unserer Aufsicht. Sie sind ins Wasser baden gegangen, haben ein Stöckchen geholt oder auf dem Land herumgeschnüffelt. Als wir den Rückweg antraten, war noch alles gut», führt die Besitzerin gegenüber Linth24 aus.

Beim Auto geschah es dann plötzlich: «Das Gesicht von meinem Hund ist auf ein Mal wie gelähmt gewesen», erinnert sich die Besitzerin. Sie und ihre Eltern reagierten schnell und brachten ihre Vierbeiner sofort zum Tierarzt. Dort versuchte man noch ihn zu retten, doch es sei nichts zu machen gewesen. Der Hund habe zu zittern begonnen, wie bei einem epileptischen Anfall, und habe kurz darauf das Bewusstsein verloren. Danach sei er gestorben und der Hund der Eltern kurz darauf auch, beschreibt die Besitzerin die tragischen Szenen. Dagegen könne der Tierarzt nichts mehr machen, so ihre Aussage. Zudem hat die Besitzerin erfahren, dass auch auf der anderen Uferseite ein Welpe starb, welcher zuvor ebenfalls im Wasser war. 

Eine weitere Hundehalterin meldete ebenfalls, dass ihr Hund die gleichen Symptome aufzeigte. «Wir sind ebenfalls am See spazieren gegangen. Ich hatte meinen jungen Hund immer an der Leine und ihn immer im Blick. Er ging zwar nicht ins Wasser, doch er spielte in der Wiese nahe beim See, welche letzte Woche noch überflutet war», erklärt die Hundehalterin Linth24. Beim Restaurant Pier begannen sich erste Anzeichen zu zeigen, zum Beispiel konnte der Hund nicht mehr auf die Mauer springen. «Als ich den Hund dann ins Auto tat, begann er dort drin heftig zu zittern, gleich einem epileptischem Anfall. Es war schlimm zu sehen. Er verlor die Kontrolle über seinen ganzen Körper und er liess auch Wasser, welches einen starken Geruch hatte», reflektierte die Besitzerin. Beim Tierarzt gab man ihm Valium, was gegen einen möglichen epileptischen Anfall helfen würde, doch es nützte nicht. Der Hund zitterte und krampfte weiter und hatte immer noch nicht die Kontrolle über seinen Körper, hörte jedoch die Stimme seines Frauchen, d.h. er war nicht bewusstlos. Der Hund starb glücklicherweise jedoch nicht, sondern die Symptome schwächten nach einiger Zeit wieder ab und der Vierbeiner beruhigte sich wieder.

Amt für Wasser schliesst Blaualgen aus

Die Hundebesitzer sind ziemlich sicher, dass der Grund der Vergiftung Blaualgen waren, wie es vor drei Jahren schon mal am Obersee passiert ist, wo ebenfalls mehrere Hund daran starben. Die lang anhaltende Wärme im Sommer führt dazu, dass die Blaualgen, oder korrekt bezeichnet Cyanobakterien, Gifte entwickeln, die für Menschen und auch Hunde gefährlich sind. Gerade bei den warmen Temperaturen, bei welchen sich Hunde gerne im Wasser abkühlen, sind Blaualgen eine besondere Gefahr. 

Das zuständige Amt für Wasser und Energie, Abteilung Gewässerqualität schliesst die vermutete Vergiftung durch Blaualgen jedoch aus, da doch einige Voraussetzungen dafür nicht gegeben seien. Optimale Wachstumsbedingungen lägen unter anderem bei hoher Lichtintensität sowie anhaltend hohen Temperaturen vor, was in den vergangenen Wochen aufgrund des schlechten Wetters fehlte. Meist könne man bereits mit bloßem Auge erkennen, wenn Blaualgen in hohen Konzentrationen vorkommen, was ein Augenschein heute am Aabachdelta aber nicht bestätigt habe. Ein wesentliches Merkmal sei auch die Einschränkung der Sichttiefe durch eine starke Trübung des Gewässers, was auch nicht vorkommt am Aabachdelta. Hinzu komme eine geruchliche Beeinträchtigungen durch absterbende Algenmassen, die ebenfalls nicht festgestellt werden konnte.

Dennoch wurden Hinweisschilder aufgestellt, um die Hundehalter zu sensibilisieren. Zudem bleibt die Gemeinde Schmerikon auch am Fall dran und tauscht sich mit dem zuständigen Amt aus.

Der Bereich am Aabach der gemäss aktuellen Informationen gemieden werden sollte. Bild: map geo admin
Linda Barberi, Linth24