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08.05.2021
08.05.2021 08:53 Uhr

Familie kostet CHF 600'000 – Mutter wehrt sich

Die betroffene Mutter fühlt sich ungerecht behandelt. Bild: Zürinews
Im Linthgebiet muss für eine einzige Familie 600'000 Franken pro Jahr bezahlt werden. Nun nimmt die Mutter der betroffenen Familie, die sich von der Kesb ungerecht behandelt fühlt, Stellung.

Die Gemeinde Schübelbach muss für eine einzige Familie 600'000 Franken zahlen. «Im April erhielten wir von der Kesb die Verfügung, dass alle Kinder einer einzigen Familie fremdplatziert werden müssen, was die Gemeinde jährlich über 600'000 Franken kosten wird», rechnet Gemeindepräsident Othmar Büeler vor. Die Fremdplatzierungen erfolgen in Stiftungen, Kinderheimen oder in dafür spezialisierten Institutionen.

Nun nimmt die Mutter der betroffenen Familie, die sich von der Kesb ungerecht behandelt fühlt, Stellung. Gegenüber «TeleZüri» sagt sie: «Ich habe von einem Schlag auf den anderen nichts mehr.» Die alleinerziehende Mutter beteuert, dass sie mit der Situation nicht überfordert sei. Den Entscheid der Kesbkönne sie nicht verstehen.

«Bin keine schlechte Mutter»

«Ich weiss nicht, wo das Problem liegt. Jeder macht Fehler, ich auch. Doch ich bin bestimmt keine schlechte Mutter.» Die Mutter glaubt, Opfer einer Intrige zu sein. Eine Grossmutter hätte gerne ihren Enkel, und diese habe sie angeschwärzt.

Die Sorgen ihrer Mitbürger könne sie nachvollziehen. Das Geld könne man sich sparen, sagt sie. Man solle ihr einfach die Kinder zurückgeben. Nun will sie mit juristischen Mittel gegen den Entscheid der Kesb vorgehen.

Die Privatsphäre besser schützen 

Kantonsrätin Carmen Muffler (SP, Freienbach) stört sich daran, dass der Fall der Familie aus Schübelbach, deren Kinder von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) für über eine halbe Million Franken im Jahr fremdplatziert wurden (wir berichteten), in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Sie nimmt Bezug auf die Berichterstattung in den Medien und die Diskussion während der Gemeindeversammlung in Schübelbach. Muffler findet es «mehr als bedenklich, dass eine Familie auf diese Weise öffentlich an den Pranger gestellt wird, weil sie auf öffentliche Unterstützung angewiesen ist». In ihrer Kleinen Anfrage will sie in diesem Zusammenhang wissen, was der Kanton im Rahmen seiner Oberaufsicht unternimmt oder unternehmen wird, damit – Muffler taxiert das Vorgefallene als Verletzungen der Persönlichkeitsschutzrechte – zukünftig nicht mehr vorkommen. Zudem will sie wissen, welche weiteren Massnahmen möglich wären, um Personen in dieser Hinsicht besser zu schützen.

Redaktion March24/Höfe24