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08.05.2021
10.05.2021 06:46 Uhr

Bedeutung und Herkunft vom Muttertag

Entstanden ist der Muttertag 1914 in den USA (Symbolbild). Bild: SAT.1
Der Muttertag ist ein Tag zu Ehren der Mutter und der Mutterschaft. Entstanden ist er 1914 in den USA und wird im deutschsprachigen Raum immer am zweiten Sonntag im Mai gefeiert – also heute am 9. Mai.

Die Ursprünge des Muttertags lassen sich bis zu den Verehrungsritualen der Göttin Rhea im antiken Griechenland sowie dem Kybele- und Attiskult bei den Römern zurückverfolgen.

Aktuelle Fragen von Müttern austauschen

Der Muttertag in seiner heutigen Form wurde in der englischen und US-amerikanischen Frauenbewegung geprägt. Die US-Amerikanerin Ann Maria Reeves Jarvis versuchte 1865 eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day zu gründen. An von ihr organisierten Mothers Day Meetings konnten Mütter sich zu aktuellen Fragen austauschen. 1870 wurde von Julia Ward Howe eine Mütter-Friedenstag-Initiative unter dem Schlagwort peace and motherhood gestartet. Sie hatte das Ziel, dass die Söhne nicht mehr in Kriegen geopfert werden sollen.

Mehr Frauenrechte und bessere Bildungschancen

Ab den 1860er-Jahren entstanden auch in Europa diverse Frauenbewegungen und Frauenvereine, die sich neben Friedensprojekten und mehr Frauenrechten auch für bessere Bildungschancen für Mädchen einsetzten. In den 1890ern wurde der Internationale Frauenrat gegründet, der in internationalen Frauenkongressen auch für mehr Anerkennung der Mütter eintrat.

Ursprung in den Vereinigten Staaten

Als Begründerin des heutigen Muttertags gilt jedoch die Methodistin Anna Marie Jarvis, die Tochter von Ann Maria Reeves Jarvis. Sie veranstaltete in Grafton (West Virginia, USA) am 12. Mai 1907, dem Sonntag nach dem zweiten Todestag ihrer Mutter, ein Memorial Mothers Day Meeting. Im folgenden Jahr wurde auf ihr Drängen hin wiederum am zweiten Maisonntag in der Methodistenkirche in Grafton allen Müttern eine Andacht gewidmet.

Blumen sind das traditionelle Geschenk zum Muttertag. Bild: blumenhaus-erni.ch

Hauptberuf – offizieller Muttertag schaffen

Sie widmete sich nun hauptberuflich dem Ziel, einen offiziellen Muttertag zu schaffen, und startete eine Initiative für die Einführung eines offiziellen Feiertags zu Ehren der Mütter, indem sie Briefe an Politiker, Geschäftsleute, Geistliche und Frauenvereine schrieb. Die Bewegung wuchs sehr rasch an.

Als Zeichen der Liebe und Verehrung

Bereits 1909 wurde der Muttertag in 45 Staaten der USA gefeiert. Am 8. Mai 1914 erließ der US-Kongress die Joint Resolution Designating «the Second Sunday in May as Mother’s Day».

Als Zeichen der Liebe und Verehrung der Mütter solle der zweite Sonntag im Mai als Muttertag gefeiert werden. So wurde der Muttertag 1914 zum ersten Mal als nationaler Feiertag begangen.

Keine Kommerzialisierung

Mit steigender Verbreitung und Kommerzialisierung des Muttertags wandte sich die Begründerin des Feiertages von der Bewegung ab, bereute, diesen ins Leben gerufen zu haben, und kämpfte erfolglos für die Abschaffung des Feiertages.

Muttertag ist am 9. Mai 2021, immer am zweiten Sonntag im Mai. Bild: geschenkeexpress.ch

1917 Muttertag in der Schweiz

Die Bewegung blieb nicht auf die Vereinigten Staaten beschränkt. Schon 1912 wurde eine Mother’s Day International Association gegründet mit dem Ziel, den Muttertag auch international zu verbreiten.

  • Im Vereinigten Königreich wurde das Konzept vom Muttertag schnell angenommen und mit dem traditionellen Mothering Sunday fusioniert.
  • Der Feiertag verbreitete sich weiter 1917 in der Schweiz.
  • 1918 in Finnland und Norwegen.
  • 1919 in Schweden.
  • ab 1923 in Deutschland.
  • 1924 in Österreich.

Zwei Gruppierungen ergriffen Intitative

Zwei Gruppierungen ergriffen die Initiative für die Einführung des Muttertages in der Schweiz:

  • Die Unions Chrétiennes de Jeunes Gens de la Suisse romande.
  • Die Heilsarmee.
Gutscheine von Kindern sind auch sehr beliebt. Bild: kinderbilder.download

1930 gelang der Durchbruch

Beide Initiativen waren in ihren jeweiligen Institutionen erfolgreich, blieben jedoch bis in die zwanziger Jahre hinein auf kleine Kreise beschränkt.

Dann begannen die schweizerischen Verbände der Floristen (angeregt durch ihre deutschen Kollegen), der Gärtnermeister und der Konditormeister sich für den Muttertag zu engagieren.

Über die Presse, Flugblätter, das Radio, die Schaufenster der beteiligten Berufsleute wurde der Muttertag für den zweiten Maisonntag 1930 propagiert und gelangte so zum Durchbruch.

Grossfamilie Kiener mit 12 Kindern. Bild: FM1 Today.ch
Patricia Rutz, Linth24