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Essen & Trinken
27.04.2021

St.Galler Beizen räumen europaweit ab

Restaurants in der Ostschweiz wurden von den Gästen im Jahr 2020 vergleichsweise besser bewertet als im Rest des Landes.
Restaurants in der Ostschweiz wurden von den Gästen im Jahr 2020 vergleichsweise besser bewertet als im Rest des Landes. Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Eine Analyse von rund 800'000 Online-Bewertungen der wichtigsten Beurteilungsportale hat gezeigt, dass St.Galler Restaurants im Jahr 2020 am besten abgeschnitten haben.

Die Gästeurteile über Schweizer Restaurants haben sich im Jahr 2020 verbessert. Demnach stieg die Punktbewertung für die Schweiz gegenüber dem Jahr 2019 laut der am Montag publizierten Studie von 85,6 auf 86,9. Alle betrachteten Städte, ausser Locarno und Ascona, konnten dabei zulegen. Der Algorithmus von «re:spondelligent» analysiert dabei alle Bewertungen quantitativ und qualitativ auf einer Skala von eins bis 100.

Hiesige Restaurants wurden allerdings kritischer bewertet als etwa ihre Pendants in Deutschland (88,7 Punkte) und Österreich (88,3 Punkte), die erstmals mit in die Analyse der rund 6400 Gastrobetriebe einbezogen wurden.

St.Gallen erreicht über 90 Punkte

Im Vergleich der Ratings pro Sprache fällt für die Schweiz auf, dass Bewertungen auf Französisch tiefer liegen als jene auf Deutsch oder Italienisch. Interessant dabei ist, dass französische Rückmeldungen für Restaurants in der Romandie besonders kritisch ausfallen verglichen mit französischen Reviews für Deutschschweizer oder Tessiner Restaurants.

Wie in der Analyse im vergangenen Jahr ist der Bewertungssieger diesmal erneut St.Gallen. Die Restaurants in der Ostschweiz konnten ausserdem das erste Mal einen Punktwert von über 90 erreichen. Dies bedeute nicht nur den Spitzenplatz in der Gesamtschweiz, sondern gelte auch im gesamten deutschsprachigen Raum mit 48 verglichenen Städten, schrieben die Autoren der Studie weiter.

Am schlechtesten bezüglich Essen und Service wurden die Restaurants dagegen in Ascona von ihren Gästen bewertet. Nirgendwo in den drei betrachteten Ländern waren Gäste kritischer.

Preisniveau weniger in der Kritik

Neben alldem hatte die Coronavirus-Pandemie natürlich einen starken Einfluss auf die Gästebewertungen. So wurden im Jahr 2020 generell zwei Drittel weniger Restauranturteile online abgegeben als noch im Jahr davor. Am stärksten davon waren Zürich und Genf mit einem Rückgang von drei Viertel betroffen. Obendrein zeigte die Analyse der Gästefeedbacks, dass die Kundschaft die Lieferangebote überdurchschnittlich oft kritisierte, hiess es.

Besonders interessant an der Untersuchung ist ausserdem, dass das Schweizer Preis-Leistungs-Verhältnis nun viel weniger kritisiert wurde. Die Autoren der Studie führen den Rückgang von rund zehn Prozent in dieser Kategorie darauf zurück, dass sich die Restaurants wegen der Coronavirus-Pandemie vermehrt auf Schweizer Kundschaft konzentrierten und diese das Schweizer Preisniveau gewohnt sei.

Als weiteres Fazit hebt die Untersuchung hervor, dass sich die Gäste in der aktuellen Situation vermehrt online über das Angebot und die Schutzkonzepte eines Restaurants informieren würden. Entsprechend proaktiv müssten Gastrobetriebe alle Kanäle zur Kommunikation nutzen.

Linth24/sda