Kanton
22.01.2019

100 PERSONEN AM JUGENDFORUM IN ST.GALLEN

Das Netzwerk Kinder- und Jugendarbeit Kanton St.Gallen (NEKJA SG) hat kürzlich im Jugendkulturraum flon in St.Gallen zum vierten Forum Kinder- und Jugendarbeit eingeladen.

Ziel war der Austausch und die fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema Raum. Dabei wurde die wichtige Rolle der Kinder- und Jugendarbeit zur Verwirklichung von kinder- und jugendfreundlichen Räumen betont. Rund 100 Personen haben am Forum teilgenommen.

«Raum» spielt im Leben von Kindern und Jugendlichen und damit auch in der Kinder- und Jugendarbeit eine zentrale Rolle. Welche Räume werden wie und warum von Kindern und Jugendlichen genutzt? Mit welchen Räumen hat die Kinder- und Jugendarbeit zu tun? Wie und wo kann die Kinder- und Jugendarbeit wertvolle Erfahrungsräume schaffen? Das diesjährige Forum Kinder- und Jugendarbeit bot am Freitag 18. Januar Zeit und Raum für die Diskussion dieser und weiterer Fragen. (Foto:Jenny Heeb, Jugendarbeit Waldkirch, und Linus Brändle, DAJU – Fachstelle kirchliche Jugendarbeit, führten durch das Forum. Bildquelle: Zoe Wunderlin, NEKJA SG )

Bedeutung von Raum für Kinder und Jugendliche

Christina Manser, Leiterin des Amtes für Soziales, eröffnete das Forum. Sie machte sich in ihrem Grusswort Gedanken zur Notwendigkeit von Räumen für die Entwicklung von Menschen. Räume seien immer verbunden mit dem Schaffen von Möglichkeiten, aber auch mit Grenzen. Diese Themen spielten auch in der Kinder- und Jugendarbeit eine grosse Rolle. Diese gibt jungen Menschen beispielsweise Möglichkeiten zusammenzufinden, sich in Räumen aufzuhalten und dort Platz und Zeit für ihre Aktivitäten, Interessen und Ideen zu haben. Sie bietet Räume und eröffnet Gelegenheiten zum Ausprobieren, Experimentieren, für Auseinandersetzung mit sich selbst und anderen sowie für das Aushandeln.

Kinder- und jugendfreundliche Räume

In verschiedenen Workshops wurden praktische Beispiele von Räumen vorgestellt und diskutiert. So setzte sich etwa eine Gruppe mit den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum auseinander und war dafür auf dem Areal des Bahnhofs St.Gallen unterwegs. Ein weiterer Workshop befasste sich mit Fragen zur Kinder- und Jugendarbeit im digitalen Raum. Im Jugendkulturraum flon fand ein Workshop zum Einbezug von Kindern und Jugendlichen bei der Arbeit in Jugendräumlichkeiten statt. Die Leitenden der Jugendbeiz talhof und des flon berichteten dabei von ihren Arbeitsweisen und Erfahrungen. In den beiden Jugendkulturangeboten der Stadt St.Gallen erarbeiten demokratisch organisierte jugendliche Betriebsgruppen das Programm und organisieren die einzelnen Veranstaltungen von der Erstellung eines Budgets über die Anfrage der Künstlerinnen und Künstler bis zu Einlass und Barbetrieb am Anlass selbst sehr selbständig. Von den Leitenden der Angebote werden sie wo nötig unterstützt und begleitet.

Wichtige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

In verschiedenen Workshops kristallisierte sich die Wichtigkeit eines starken Einbezugs von Kindern und Jugendlichen und der Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse in verschiedenen Angeboten, Räumen und Orten heraus, nicht nur in jenen der Kinder- und Jugendarbeit oder der Schule. Es wurde darüber diskutiert, wie dies gelingen kann. Denn immer wieder wird Kindern und Jugendlichen zu wenig zugetraut oder ihre Anliegen finden wenig Berücksichtigung. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sowie der Einsatz der Kinder- und Jugendarbeit für deren Anliegen fördern kinder- und jugendgerechte Räume und Orte, die ihren Bedürfnissen entsprechen und verschiedene Erfahrungen ermöglichen.

Netzwerk Kinder- und Jugendarbeit Kanton St.Gallen (NEKJA SG)

Das Forum wurde von NEKJA SG organisiert in Zusammenarbeit mit Fachpersonen der Offenen Kinder- und Jugendarbeitsstellen Wil, Waldkirch, Rapperswil-Jona, Mittelrheintal und Flawil, des Cevi Ostschweiz, des Amtes für Soziales des Kantons St.Gallen, der DAJU - Fachstelle kirchliche Jugendarbeit Bistum St.Gallen des katholischen Konfessionsteils des Kantons St.Gallen und der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen. Letztere drei bilden die finanzielle Trägerschaft des Anlasses. Das NEKJA SG setzt sich für die Qualitätssicherung und -entwicklung der Kinder- und Jugendarbeit im Kanton St.Gallen ein. Es koordiniert die Zusammenarbeit der kirchlichen, verbandlichen und kommunalen Kinder- und Jugendarbeit. Es wird gebildet von der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit, den Kinder- und Jugendverbänden im Kanton, der evangelisch-reformierten und der katholischen Kantonalkirche und dem Kanton St.Gallen. Ein Ausschuss, unter der Leitung des Amtes für Soziales, koordiniert das Netzwerk. Mit dem jährlichen Forum werden Vernetzung und Fachaustausch unter Kinder- und Jugendarbeitenden gefördert.

(OriginalMitteilung, Autor: Departement des Innern)