Linthgebiet
11.02.2020

March: Wegen Sabine fällt die Schule aus

Wegen des Sturms Sabine wurde für Montag an einigen Schulen der Unterricht abgesagt, so etwa in Lachen, Wangen und Vorderthal. In Tuggen fällt der Unterricht sogar auch am Dienstag aus.

Vier Schulen geben «sturmfrei»

Sturm «Sabine» fegte über die Region – was unsere Schulen zu einer schwierigen Entscheidung zwang. Vier Märchler Schulen liessen den Unterricht gestern ausfallen, in den Höfen hingegen gab es kein Schulfrei.

Die Primarschulen Vorderthal, Tuggen, Wangen und Lachen meldeten, dass der Unterricht am Montag ausfällt. «Es besteht die Gefahr, dass Bäume umstürzen oder Äste und Ziegel weggewindet werden», schreibt die Primarschule Wangen auf ihrer Website.

Diese Entscheidung habe der Schulpräsident zusammen mit Schulrat und Schulleitung gefällt, wie Markus Brändle, Rektor der Primarschule Wangen, auf Anfrage mitteilt. Dies sei ihnen zwar nicht leicht gefallen, jedoch habe das Kindeswohl oberste Priorität. Brändle erlebt es in seiner 37-jährigen Berufskarriere in regionalen Schulen zum ersten Mal, dass der Schulbetrieb kurzzeitig eingestellt wird. Wer dringend Betreuung benötigte, konnte seine Kinder morgens trotzdem in die Schule schicken – auch in Lachen. In Tuggen wurde bereits der Unterricht vom Dienstag abgesagt.

Berge bieten Schutz

In Schübelbach hat man sich dazu entschieden, den Unterricht durchzuführen. Die Rektorin der Primar-schule, Barbara Schmutz, stand für diese Entscheidung auch in Kontakt mit MeteoSchweiz. «Natürlich hat die Sicher-heit der Kinder oberste Priorität», erklärt Schmutz. Die Meteorologen hätten die Situation allerdings rela-tiviert – durch Berge sei man in unserem Gebiet eher geschützt als in Deutschland, wo das Sturmtief herkommt.

«Was es braucht, ist eine klare Kommunikation Lehrpersonen und Eltern gegenüber», führt Schmutz aus. Die Lehrpersonen seien zum Beispiel informiert und instruiert worden, bei starkem Wind keine herausfordernden Wege in die Turnhalle auf sich zu nehmen.

Der Werkhof hilft mit

Ähnlich sieht es die Primarschule Freienbach. Diese hat als erstes die Papiersammlung delegiert, welche am Montagmorgen geplant war. «Mit dem Werkhof haben wir hier eine gute Lösung gefunden», gibt Rektorin Monika Bloch Auskunft.

Auch sie besprach sich mit Meteo-Schweiz und nennt den Schutz durch den Hügelzug als Grund, den Schulbetrieb so normal als möglich durchführen zu können. Man sehe sich zudem in der guten Lage, dass es in der Umgebung keine Rohbauten oder Baustellen gibt, auf die man Rücksicht nehmen müsste.

Tatsächlich hielt sich vor allem in Ausserschwyz der Schaden in Grenzen, den «Sabine» angerichtet hat.

Sabine ist stärker als Wintersturm "Petra"  

Das Orkantief "Sabine" hat am Montagmorgen im Flachland Böen mit Spitzen von 85 bis 125 Kilometer pro Stunde (km/h) über die Schweiz geschickt. Auf den Berggipfeln lagen die Spitzen vereinzelt bei 150 km/h. "Sabine" ist etwas stärker unterwegs als es der Sturm "Petra" von vergangener Woche.

In ihrem Kerngebiet war "Sabine" etwas stärker als der Sturm "Petra" von vergangener Woche. In Rünenberg BL wurde gestern am späten Abend ein neuer Rekordwert von 148 km/h gemessen. Der bisherige Höchstwert wurde im Dezember 2011 mit 143 km/h gemessen.

Deutlich stärker war zudem der Wintersturm "Burglind" vom 3. Januar 2018. Die Windspitzen lagen nördlich der Alpen verbreitet bei 90 bis 130 km/h. In den Bergen wurden Windspitzen von 170 bis 200 km/h gemessen. In diese Kategorie fiel "Sabine" bisher nur auf dem Säntis mit 184 km/h.

Status Kanton Schwyz, 14.30 Uhr

Der Sturm Sabine hat am Montag, 10. Februar, auch im Kanton Schwyz zu Sachschäden und Feuerwehreinsätzen geführt. Die Stützpunktfeuerwehr Einsiedeln und die Feuerwehr der Gemeinde Arth standen aufgrund von beschädigten Dächern in Goldau und Bennau und wegen umgestürzter Bäume in Goldau, Einsiedeln und Willerzell im Einsatz. Diese Ereignisse hatten kurzzeitige Strassensperrungen zur Folge. 

Ab etwa 12 Uhr waren der Raum Talkessel Schwyz, Muotathal, Ybrig und Arth während rund einer Stunde von einem Stromausfall betroffen. Die Ursache lag in bei einem Ereignis im Kanton Uri. 

Die Bergstrasse in Goldau, die kurz vor 10 Uhr aufgrund von Trümmerteilen eines Lagerhallendachs, die auf die Strasse zu fallen drohten, gesperrt werden musste, konnte um 14.15 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. 

13:06 Uhr

Der Kanton Schwyz ist wieder mit Strom versorgt. Das teilt das Elektrizitätswerk Schwyz mit. Nur noch die Gemeinde Alpthal sei aktuell von der Störung betroffen. Die genaue Ursache ist unbekannt. Der Stromausfall habe aber einen Zusammenhang mit dem Sturm, schreibt das EWS weiter. 

Kantone Uri und Schwyz ohne Strom!

Laut der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Schwyz wird der Kanton grossflächig von Stromausfällen geplagt. Auch das Urnerland sei betroffen. Zahlreiche Leser vermelden entsprechende Stromunterbrüche.

Auch das Urnerland ist betroffen. Laut der Altertswiss-App gibt es im ganzen Kanton Uri Stromausfälle. «Bleiben Sie wo Sie sind», heisst es dort. Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Uri bestätigt die Stromprobleme. Die zuständige Pressestelle ist telefonisch nicht erreichbar – vermutlich aus demselben Grund. Mitarbeiter mussten das Kantonsgebäude in Altdorf durch den Notausgang verlassen, da die elektrischen Türen nicht funktionierten.

Flüge am Flughafen Zürich abgesagt

Wegen des Sturms sind am Flughafen in Klosten 56 Landungen und 52 Starts abgesagt worden. Einige Flugzeuge mussten durchstarten. Für 15 Minuten wurden die Betankung und das Abfertigen der Flugzeuge unterbrochen, wie eine Flughafensprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte.

  • Manche Töpfe konnten den Windgeschwindigkeiten nicht standhalten. Fotos: Oliver Bosse
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  • Kopfüber: Diese Rölli-Maske wurde vom Wind gedreht.
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  • Flanieren am See ist aktuell eine nasse Angelegenheit.
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Die Wetterwarnungen von Meteo Schweiz gibt es hier.

Zwischen 6 und 11.30 Uhr gingen bei der Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei rund ein Dutzend Notrufe ein. Auf der Autobahn A4a, zwischen Baar und Zug, drohte ein Baum auf die Fahrbahn zu stürzen. In der Folge musste der Normalstreifen gesperrt und der Baum durch die Stützpunktfeuerwehr Zug (FFZ) entfernt werden. In dieser Zeit wurde der Verkehr einspurig am Einsatzort vorbeigeführt. Im Einsatz stand auch die Feuerwehr Neuheim. An der Hinterburgstrasse wurde ein Dach eines Materiallagers weggeweht. Das Dach konnte schliesslich durch die Feuerwehr gesichert werden.

Sturm Sabine - Stand 11 Uhr 

Der Sturm Sabine hat am Montag, 10. Februar, im Kanton Schwyz bislang nur zu wenigen Meldungen über Schäden geführt. Die Feuerwehr der Gemeinde Arth musste kurz vor 10 Uhr an die Tennmattstrasse in Goldau ausrücken, weil der Wind das Dach einer Lagerhalle heruntergerissen hatte. Aufgrund herumfliegender Trümmerteile ist die Bergstrasse zurzeit gesperrt und die Anwohner werden aufgefordert im Haus zu bleiben. An der Parkstrasse in Goldau lösten sich kurz vor 11 Uhr Elemente einer Fotovoltaik-Anlage, auch hier steht die Feuerwehr der Gemeinde Arth im Einsatz. 

Um 6.15 Uhr ging eine Meldung ein, wonach ein Wanderweg in Küssnacht durch einen umgestürzten Baum blockiert sei. Die Kantonspolizei Schwyz rät aufgrund des Sturms davon ab, sich in den Wald zu begeben oder sich in der Nähe von Bäumen aufzuhalten. 

Sturm "Sabine" ist am Montagmorgen über die Schweiz gefegt. Bereits in der Nacht tobte er im Jura mit ersten Orkanböen bis ins Baselbiet. Teilweise fällt der Schulunterricht aus - etwa in den Kantonen Zürich, St. Gallen und Baselland. Dutzende Flüge wurden annulliert.Vielerorts wurden die höchsten Windgeschwindigkeiten dieses Winters erreicht, wie die Meteo Group mitteilte. Entsprechend sorgten umgestürzte Bäume im Kanton Neuenburg und unterbrochene Bahnlinien im Jura für Probleme. Auf dem Säntis und auf dem Chasseral fegte der Sturm um 5 Uhr mit 147 respektive 144 Kilometer pro Stunde über die Gipfel, wie SRF Meteo mitteilte. Auf dem Napf waren es 132 Kilometer pro Stunde.

  • In Tuggen bleibt die Schule sogar auch morgen Dienstag zu.
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  • In Lachen geniessen die Primarschüler ebenfalls einen freien Tag.
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  • Auch in Wangen wurde der Unterricht am späteren Sonntagabend abgesagt.
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  • In Vorderthal haben die Schüler am Montag frei.
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  • In Schübelbach ist heute normal geöffnet, wer die Kinder jedoch zu Hause behalten will, darf das.
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  • In Galgenen findet der Nachmittagsunterricht statt, der Schulweg liegt jedoch in der Verantwortung der Eltern.
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  • In Schübelbach bleibt die Schule offen.
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  • In Altendorf verläuft der Betrieb normal, auf Wunsch werden alle Kinder über Mittag verpflegt.
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  • In Freienbach findet der Unterricht normal statt.
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Habt Ihr Infos zum Sturm? Oder Schäden gesehen? Wir nehmen gerne Beiträge auf, meldet euch unter redaktion@march24.ch oder per Whatsapp unter 079 707 51 36! Danke.

 Verhaltenstipps bei Sturm

- Lose Gegenstände (z.B. Trampolin, Velos, Gartenutensilien, Vogelhäuschen, Spielsachen etc.) ins Haus, in die Garage oder in einen anderen geschützten Bereich stellen

- Gartenmöbel anbinden oder ins Haus nehmen

- Blumentöpfe vom Balkon räumen

- Sturmwarnungen an den Seen beachten; auf jegliche Art von Aktivitäten auf den Gewässern verzichten und Ufergebiete von Seen meiden

- Wälder, Waldränder, exponierte Bäume und Baumgruppen meiden, keine Waldspaziergänge unternehmen und keine Waldstrecken befahren

- Die lokale Wetterentwicklung beobachten, Informationen einholen und das Verhalten den Verhältnissen anpassen

Patrizia Baumgartner, march24.ch
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