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Gesundheit
21.01.2021
22.01.2021 09:14 Uhr

Spital: «Fachkräftemangel ist ein zentrales Problem»

Bild: Spital Lachen
Seit zehn Monaten steht das Ausserschwyzer Spital Lachen wegen der Corona-Pandemie unter Hochdruck. Sorgen bereitet CEO Franziska Berger auch der Fachkräftemangel.

Schweizweit und auch im Kanton Schwyz gehen sowohl die Ansteckungszahlen als auch die Todesfälle im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie etwas zurück. Von Aufatmen aber noch keine Spur. «Diese Krise wird uns wohl noch lange Zeit beschäftigen», ist Franziska Berger, CEO der Spital Lachen AG, überzeugt. Aufgrund der rückläufigen Fallzahlen «kann man vielleicht etwas zuversichtlicher sein, aber ich weiss nicht, wie es weitergeht». Es sei durchaus möglich, dass das Covid-Virus in Zukunft ähnlich auftrete wie die saisonale Grippe.

Doppelt bis dreimal so viele Covid-Patienten

Im Vergleich zum März des letzten Jahres habe das Spital Lachen in der jetzigen Phase doppelt bis dreimal so viele Covid-Patienten. «In der Intensivstation und im Notfall werden 12-Stunden-Schichten geleistet. Das Personal auf der Intensivpflegestation läuft körperlich und emotional aufgrund der anhaltend hohen Belastung am Anschlag», sagt Berger. Deshalb sei leider auch zu befürchten, dass nach der Covid-Krise sehr viele Pflegefachpersonen den Beruf aufgeben werden.

«Fachkräftemangel ist zentrales Problem»

Der Grund, weshalb man sich schweizweit im Sommer nicht besser auf die zweite Welle vorbereitet hat, sieht die Spitaldirektorin im Fachkräftemangel: «Wir konnten nicht mehr Leute rekrutieren, das ist das zentrale Problem.» Bei der Attraktivität und der Entlöhnung des Pflegepersonals müssten gesamtschweizerische Lösungen gefunden werden. «Das funktioniert nur, wenn mehr Geld zur Verfügung gestellt wird.»

Die Corona-Krise wird sich auch auf die Finanzen der Spital Lachen AG auswirken, obwohl der Kanton Schwyz zur Abfederung der Mindereinnahmen und der Mehrausgaben der drei Schwyzer Spitäler 10 Millionen Franken reserviert hat. «Der Kanton wird nicht für sämtliche Ertragsausfälle aufkommen», ist Franziska Berger überzeugt.

Linth24 / Stefan Grüter, March24