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16.01.2021

Piksen in der Kirche - Englische Kathedralen werden zu Impfzentren

Audrey Elson (l, 84) verlässt mit ihrer Tochter die Lichfield Kathedrale, nachdem sie dort mit dem Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Konzerns Astrazeneca geimpft wurde. Foto: Jacob King/PA/AP/dpa Bild: Keystone/PA/AP/Jacob King
Grossbritannien – In England sind die ersten Menschen in Kirchen gegen das Coronavirus geimpft worden. In der Kathedrale im nordenglischen Lichfield haben die Impfungen in der ungewöhnlichen Kulisse bereits am Freitag begonnen, in der berühmten Kathedrale in Salisbury in Südengland wurde ab Samstag zu den Klängen der Orgel gepikst. In den meisten Regionen finden Gottesdienste derzeit nur online statt, so dass die Gotteshäuser, die teilweise viel Platz bieten, leer stehen.

Der Abgeordnete von Lichfield, Michael Fabricant, bezeichnete die Kirche seiner Stadt, vor der am Freitag bereits viele Senioren Schlange standen, auf Twitter als "glamourösestes Impfzentrum Grossbritanniens". Der Dekan der Kirche, Adrian Dorber, sagte der Nachrichtenagentur PA: "Ich hoffe, es ist ein Symbol dafür, wie Gemeinden gemeinsam helfen können, diesen grossartigen Impfstoff zu verteilen."

Der in Grossbritannien bereits zugelassene Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca kann bei Kühlschranktemperaturen transportiert und gelagert werden und so einfacher auch ausserhalb von Krankenhäusern und speziell ausgestatteten Impfzentren zum Einsatz kommen. Auch in Apotheken und Hausarztpraxen finden bereits Impfungen damit statt.

In der mehr als 800 Jahren Kathedrale in Salisbury kam auch der Biontech/Pfizer-Impfstoff zum Einsatz. Der 88 Jahre alte Geistliche Graham Turner, der seinen Piks im Talar zu Orgelmusik bekam, bezeichnete die Impfung als "Klacks". Es sei so eine Erleichterung, geimpft zu werden, wenn man jeden Abend im Fernsehen den Horror sehe, den Menschen aufgrund der Pandemie durchleben müssten. "Ich bin sehr glücklich, sie bekommen zu haben."

Keystone-SDA