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12.01.2021

Granitplatte auf Schnupperstift gefallen

Eine schwere Granitplatte fiel auf einen Schnupperlehrling. Die Staatsanwaltschaft reichte Anzeige gegen den Bauführer ein.
Der Verantwortliche der Baustelle, auf der ein Schnupperstift erheblich verletzt wurde, war der fahrlässigen Verletzung der Baukunde angeklagt. Das Bezirksgericht March spricht ihn jetzt frei.

Vor knapp drei Jahren kam es zum Arbeitsunfall, weswegen sich der Glarner Bauführer Ende Dezember vor dem Bezirksgericht March rechtfertigen musste. In Lachen stellten einige Mitarbeitende einer Ausserschwyz Gärtnerunternehmung Granitplatten auf, wobei es zu besagtem Unfall kam.

Die Arbeiter haben die Platten mit einem Bagger transportiert, an die richtige Stelle gebracht und in eine Einbuchtung gestellt. Mit Beton wurde die Grube aufgefüllt. Bei der vierten Granitplatte kam es zum Einsturz der gestellten Wände. Der Schnupperlernende auf der Baustelle kam darunter und erlitt zwei gebrochene Rückenwirbel, eine Beinverletzung sowie eine Wunde am Kopf. «Wie konnte dies passieren?», fragte der Richter den angeklagten Bauführer.

«Habe zu stark motiviert»

Der Bauführer gesteht vor Gericht: «Wir kamen gut mit den Arbeiten voran. Ich habe das Team motiviert, noch besser zu arbeiten. Vielleicht führte dies dazu, dass die Leute unvorsichtiger wurden.» Er entschuldige sich für das, was passierte und gab zu, «als Geschäftsführer und Sicherheitsbeauftragter bin ich in gewissem Umfang für den Unfall verantwortlich».

Der 32-jährige Bauführer war angeklagt, pflichtwidrig gegen die ihm bekannten Vorschriften verstossen zu haben. Die Abstützvorrichtung war im Verhältnis zum Gewicht der Platten ungenügend, starke Verstrebungen beim Einbetonieren der Granitplatten hätten den Unfall verhindern können, wie der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft zu entnehmen ist. Diese fordert 15 Tagessätze zu 180 Franken und eine Busse von 670 Franken.

Dennoch ein Freispruch

Das Bezirksgericht spricht den Bauführer frei, dies ohne Begründung, da keine der Parteien eine Begründung verlangte. Der Schnupperlernende ist mit seiner Familie übrigens nach Kanada ausgewandert, wo er nun in einer Mine arbeitet.

Nicole Dürst, Linth24/March24