Kultur
02.09.2019
03.09.2019 23:22 Uhr

Hombrechtikon verzaubert die Bevölkerung

Am Samstag feierte «Der Bettelstudent» von Carl Millöcker Premiere in Hombrechtikon. Das Publikum war begeistert.

Seit 26 Jahren begeistert die Operette Hombrechtikon jedes Jahr mit einer wunderbaren Produktion. Am Samstag feierte «Der Bettelstudent» von Carl Millöcker Premiere. Weitere Aufführungen folgen bis am 5. Oktober, jeweils Freitag- und Samstagabend sowie Sonntagnachmittag.

Das Niveau der Operette in Hombrechtikon befindet sich auf der höchsten Stufe. Überragende Solisten, professionelle Musiker im 23-köpfigen Orchester und ein Operettenchor aus Laien, die sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert haben und nicht nur stimmlich sondern auch spielerisch überzeugen, bürgen für höchste Qualität. Der Operettenverein Hombrechtikon ist in einer grösseren Region ein Garant für Top- Produktionen.

Die musikalische Leitung liegt seit zwölf Jahren in den bewährten Händen von Maestro Caspar Dechmann, der mit seinen feinfühligen Instruktionen sowohl die Sänger wie auch die Musiker zu Höchstleistungen motiviert. Zum zweiten Mal führte die bekannte und beliebte Schauspielerin und Regisseurin Bettina Dieterle Regie. Mit minuziöser Vorarbeit wurde jede Szene Schritt für Schritt eingeübt und ergibt ein abgerundetes Ganzes. Sie setzt auch auf komödiantisches und moussierendes Tempo mit aktuellen Zeitbezügen. Dave Leuthold hat ein einnehmendes Bühnenbild geschaffen, das wie von Geisterhand neue Schauplätze schafft. Auch ein heiteres Kostüm-Kolorit trägt wesentlich zur animierenden Atmosphäre bei.

Einer der ersten Hits, die im «Bettelstudent» gesungen werden, ist «Ach, ich hab’ sie ja nur auf die Schulter geküsst». Oberst Otto Ollendorf (OOO) wurde gedemütigt und schwor Rache gegen die Tochter der Gräfin Nowalska, indem er einen Bettelstudenten und einen Komplizen aus dem Gefängnis befreit, mit dem Auftrag, die Tochter Laura zu heiraten. Ollendorf wird durch Erich Bieri (Bassbariton) mit seinem schauspielerischen Talent und seiner gewaltigen Stimme hervorragend interpretiert.

In der nächsten Szene vernimmt man, dass die Gräfin mit ihren beiden Töchtern kein Geld mehr hat und deshalb eine Heirat ihrer Töchter mit reichen Fürsten anstrebt. Catherine Frey (Alt) und Jacqueline Oesch (Sopran) wissen sowohl sängerisch wie schauspielerisch sehr zu gefallen. Doch herausragend war Rebekka Maeder (Sopran) als Tochter Laura. Sie überzeugte mit einer starken Stimme und wunderschönen Koloraturen. Des Geldes wegen verliebt sie sich denn auch im Handumdrehen. Da sich Laura und der Bettelstudent echt ineinander verlieben, gesteht er seiner Geliebten die Wahrheit. Dies löst dann ein kleines Chaos aus, renkt sich aber gegen den Schluss wieder ein.

Das restlos begeisterte Premierenpublikum ehrte das Ensemble mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovation.

 

OM Kanton St.Gallen