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Kanton
15.08.2020
14.08.2020 18:24 Uhr

Flyer-Aktion: «Direkte Demokratie weg, Medien einseitig»

Neben den Medien kritisieren die Initianten der Aktion auch den Bundesrat.
In der Schweiz läuft eine der historisch grössten ehrenamtlichen Flyer-Verteilaktionen. Der Bieler Initiator Roland Beek, Familienvater und Seilbahnfachmann, nimmt dazu Stellung.

Linth24: Herr Beek, wie viele Flyer verteilen Sie?
Roland Beek: Wir verteilen schweizweit 400’000 Flyer in drei Sprachen und erreichen so über 10 % aller Haushalte. Zudem teilen wir den Flyer online.

Wer ist wir?
Zuerst konnte ich auf Social Media mit einem Flyer-Entwurf viele Interessierte in der Deutschschweiz gewinnen und dann mit Netzwerken in der Romandie und im Tessin verbinden. Es sind unabhängige Menschen wie ich, ohne politische Ausrichtung, die bezüglich Corona mit den Massnahmen des Bundesrats und der Berichterstattung nicht mehr einverstanden sind.

Wie kommen Sie auf so eine Idee?
Durch die Erfahrung der Finanzkrise 2008/09 kam ich 2011 aus Deutschland in die Schweiz und gründete hier eine Familie, wegen der direkten Demokratie und wirtschaftlichen Sicherheit. Beides ist nun bedroht.

Wie meinen Sie das?
Die direkte Demokratie ist weg und der Bundesrat will das Notrecht in ein Gesetz überführen. Dazu rollt wegen des Lockdowns eine Insolvenzwelle auf uns zu und der Staat hat sich extrem verschuldet. Die Existenzgrundlage meiner Familie ist bedroht. Dazu beeinflussen Finanzlobbyisten die Politik zum grösstmöglichen eigenen Nutzen.

Die mediale Berichterstattung zu Corona ist laut den Initianten einseitig und «auf unterstem Niveau».

Aber das war doch zur Bekämpfung des Virus notwendig?
Das sehen einige anerkannte Wissenschaftler, die in der ganzen Coronakrise nicht gehört und z.T. sogar diffamiert worden sind, ganz anders. Vor schwerwiegenden Entscheidungen hört man sich immer auch die andere Seite an, reflektiert und wägt ab. Das ist hier nie geschehen.

Mindestens die Medien hätten gegensteuern müssen, aus diesem Grund finanzieren wir sie. Stattdessen gibt es ständig nur maximal erschreckende Berichterstattung, z.B. mit Bildern von Särgen nach dem Flüchtlingsunglück 2014 oder von Intensivstationen mit Beatmungsmaschinen, an denen Dummies angeschlossen waren. Das ist Journalismus auf unterstem Niveau und Schreckung des Volkes, strafbar nach Artikel 258 StGB.

Darum machen wir die Flyer-Aktion. Die Menschen sollen sich mit den dort gesammelten Infos selbst ein Bild machen.

Aber der Militärlasterkonvoi mit Särgen in Norditalien war doch real?
Das sind regionale Probleme ohne viel Bezug zum Virus. Wie jetzt herauskommt, wurden dort erkrankte, zuhause nicht versorgbare Menschen in Altersheime, also unter jene Altersgruppe mit höchstem Mortalitätsrisiko, gesteckt. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Zudem wurden Bestattungsinstitute geschlossen, und dann hat man eben Militärlaster geschickt, da in Italien das Militär recht schnell zur Hilfe eingesetzt wird.

Also kämpfen Sie gegen die Massnahmen zur Verhinderung von Neuinfektionen?
Neuinfektionen, Neuinfektionen, Neuinfektionen. Wie viele Neuinfizierte sind denn tatsächlich ernsthaft erkrankt? Und für meine Schwiegermutter (75) mit Asthma war diese Krankheit mühsam, aber nicht lebensbedrohlich.

Letztlich geht es aber nicht nur um das Virus. «Das Zeitalter der Aufklärung endet mit dem Tanz ums goldene Kalb», so Max Frisch. Das goldene Kalb ist der Materialismus.

Diese von uns erschaffene Welt hat riesige Probleme: Müll, Kinderarbeit, Menschenhandel, Artensterben, Gifte, Massentierhaltung, das Schuldgeldsystem usw., eine endlose Liste. Jeder Aktivismus gegen einzelne Probleme bringt nichts: Wird einer der Drachenköpfe abgeschlagen, wachsen zwei neue. Und das wird dann ‹Fortschritt› genannt.

Es sind alles nur Symptome desselben Prinzips. Auch das Coronavirus.

Was ist denn das Prinzip?
Schauen Sie, ich arbeite in einem Bereich der physikalischen Wissenschaften. Bei den Seilbahnen wird alles vor dem Bau exakt berechnet. Nicht berechnen können Sie das Schicksal und den Lebensweg eines Menschen! Die Wissenschaft hat die Materie völlig durchdrungen, kann aber den Mythos Leben nicht erklären.

Zu glauben, dass mein Schicksal von einem unsichtbaren Materieteilchen abhängt, ist der Gipfel des Materialismus, die grösste Diktatur und geistige Beschränkung.

Mittlerweile schwimmen Menschen mit nasser Maske vor dem Gesicht in der Aare. Dabei garantiert die Schweizer Verfassung die freie Ausübung der Weltanschauung.

Das heisst, Sie sehen die Religion als Lösung?
Ich habe mit Religion nicht viel am Hut. Aber wenn ich meine Frau und Kinder anschaue und mit ihnen in der Natur unterwegs bin, spüre ich den grossen Mythos Leben.

Jeder kann sich die Frage zur Bewusstwerdung stellen: Stehe ich auf der Seite des Lebens und gebe diesem Mythos Raum – mit Demut und Achtsamkeit auch gegenüber dem Sterben – oder sehe ich den Menschen als biologische Maschine nur für den Überlebenskampf und den Raubbau?

Sie sehen Corona also auch als eine Chance?
Mit Sicherheit! Die Materie-Gläubigkeit war ja schon vor Corona existent. Mit dieser Krise ist auch die Chance zur Bewusstwerdung gegeben.

Was meinen Sie mit Materie-Gläubigkeit, leugnen Sie das Virus?
Ich leugne nicht die Krankheit, diese ist real.

Ich empfehle aber jedem, sich die Links mit den weiterführenden Informationen unseres Flyers anzuschauen. Die Wissenschaft hat sich selber Standards geschaffen, die zur Isolierung eines Virus einzuhalten sind. Es ist haarsträubend, auf welcher Grundlage der PCR-Test gebaut wurde.

Was sehen Sie als Lösung?
Der Mensch hat sich mit der technischen Machbarkeit eine von der Natur abgespaltene Blase gebastelt. Mit immer neuen Massnahmen zur Konservierung der Abspaltung zerstört er sich selber.

Die Lösung unserer Probleme liegt nicht auf dem Mars oder in einem Impfstoff, sondern der Mensch muss wieder Mensch sein dürfen! Dazu müsste er sich und seinen Nächsten zuerst wieder demütig als Mensch annehmen. Das heisst nicht, technisch zurück ins Mittelalter zu gehen und wieder in rauchverhangenen Holzhütten zu sitzen.

Redaktion Linth24