Bildung
23.05.2019

LINTHGEBIET: NETZWERK VON EX-MANGERN GEHT DIGITAL

Seit 1982 besteht «Adlatus», ein Netzwerk von ehemaligen Wirtschafts-Mangern. Wie sie das digitale Zeitalter nutzen können, war das Thema in der Generalversammlung an der HSR Rapperswil.

Über 200 erprobte ehemalige Führungskräfte in der Wirtschaft vermitteln in ihrem «Unruhestand» ihr Wissen und ihre Erfahrung an KMUs in den Bereichen Finanzen, Betriebswirtschaft, Management, Nachfolgeplanung, Startups-Coaching und vieles mehr. Die meisten von ihnen starteten ihre Karriere noch im analogen Zeitalter, lernten aber schnell in ihrer Aktivzeit die Digitalisierung zu nutzen. Die Generalversammlung von Adlatus fand darum in der Hochschule für Technik in Rapperswil statt, wo Prorektor Axel Simeon nicht nur die Hochschule vorstellte, sondern gezielt ihre Stärken in der Digitalisierung präsentierte.

Durch die Bündelung der Kompetenzen im Bereich Technologie, Strategie, Business Modell und Change Management in einem Digitalen Labor im HSR wird es für Industrieunternehmen wichtig, neue digitale Produkte und Prozesse zu erleben und Lösungen zu entwickeln, betonte Simeon. Dank speziellen Entwicklungs- und Vorgehensmethoden ist es möglich, schnell Prototypen zu erstellen und umfassende Tests und Markterfahrungen zu realisieren. Im neuen Techpark soll denn auch die Industrie 4.0 live erlebt werden.

Chancen und Risiken der digitalen Transformation

Nationalrat Marcel Dobler, Digitec-Gründer und Präsident von ICT Switzerland, zeigte die Chancen und Risiken der digitalen Transformation auf. Jede industrielle Revolution habe die Schweiz weitergebracht, was auch diesmal der Fall sein wird. Der online-Handel werde noch weiterwachsen. Die Schweiz sei ein hervorragender Datenstandort. Die Digitalisierung dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse der Wirtschaft Geld sparen, Prozesse effizienter und einfacher gestalten. So werde man zum Beispiel mit der elektronischen Identität mit nur einem Login überall Zugriff haben, was grosses Einsparungspotential birgt.

Für Marcel Dobler gibt es im Bundeshaus zu wenig IT-affine Parlamentarier, was mit dem Altersdurchschnitt der Gewählten zu erklären ist. Im Bereich E-Voting sieht er aber Gefahren, das in der IT keine beweisbare Sicherheit gibt. «Von aussen in ein System zu ­hacken, ist etwas für Anfänger. Profis bauen Hintertüren direkt in die Hardware ein», warnte Dobler. Weiter unterstrich Dobler, dass im Internet meist der Erste und Grösste gewinne und dadurch eine Monopolstellung ausbauen könne.

Adlatus – eine Art Hilfswerk

André Hurter aus Lutry präsidiert Adlatus Schweiz, der kein profitorientierter Verein ist. Über die ganze Schweiz stellen sich rund 200 Adlatinnen und Adlaten zur Verfügung, um ihr Wissen an Betrieben und Unternehmen weiterzugeben. „Mit Rat und Tat wollen wir mit Kompetenzen, Erfahrung, Schnelligkeit und zu einem tiefen Preis helfen. Adlatus ist im weitesten Sinn ein gemeinsames Hilfswerk“, führte Hurter in seinem Jahresbericht aus. Dabei dankte er auch Adlatus Zürich Oberland, Linthgebiet, Ausserschwyz und Glarnerland, welche die informative Tagung mit Besichtigungen im HSR ermöglicht haben.

Foto-Legende: v.l.n.r. HSR-Prorektor Alex Simeon, Adlatus-Präsident André Hurter aus Lutry und Nationalrat Marcel Dobler und IT-Unternehmer.

(OM)