Linthgebiet
23.10.2018

LINTH24 - EXKLUSIV: AUCH DR. GROBS STELLVETRETERIN MUSS GEHEN

Heute Morgen erfuhr Dr. Walter Grob, zu jenem Zeitpunkt noch Direktor der KESB Linth, dass er entlassen und per sofort freigestellt wird. Mit dieser Nachricht beendet der Stadtrat ein monatelanges Trauerspiel. Aber – so weiss Linth24 exklusiv: Es trifft nicht nur den KESB-Direktor. 

Walter Grobs Stellvertreterin heisst Natascha Moser. Die Vizepräsidentin der KESB Linth wurde am Montag vom Stadtrat vorgeladen. Ihr wurde «rechtliches Gehör» gewährt, ein juristisch notwendiger Schritt vor einer Entlassung. Heute wollte der Stadtrat zur Tat schreiten und ihr kündigen. Aber Dr. Grobs Stellvertreterin erschien nicht zur Arbeit. Sie hatte wohl realisiert, dass auch ihr Arbeitsverhältnis aufgelöst wird. Was sie per Nachricht erfuhr: Ihr Chef wurde per sofort freigestellt und Nachfolgerin von ihm werde nicht sie, sondern Barbara Friberg. Diese arbeitet seit dem 1. Januar 2013, eher unauffällig, bei der KESB Linth.

Die Rolle von Natascha Moser

«Unauffälligkeit» war kein Markenzeichen von Natascha Moser. Bei vielen kritisierten Aktionen der KESB Linth, über welche die «Obersee Nachrichten» berichtet hatten, war sie an vorderster Front dabei, oft Seite an Seite mit Walter Grob.Umstritten war zum Beispiel der Fall von Frau A. S., welche sie in die psychiatrische Anstalt einweisen wollte, wobei sie diese Massnahme schon wenige Wochen später zurücknehmen musste. Auch Kesb-intern soll das Duo Grob&Moser eine wenig rühmliche Regie geführt haben.

Warum Dr. Grob gehen musste

Die NZZ und der Tagesanzeiger fragten den für das KESB Dossier zuständigen Rapperswil-Joner Stadtrat Roland Manhart, ob es einen Zusammenhang zwischen der umstrittenen KESB Fällen und der Entlassung von Dr. Walter Grob gäbe. Stadtrat Roland Manhart verneinte das. Es seien vielmehr «viele kleine Differenzen im Bereich der Administration und der Mitarbeiterführung» und die hätten sich «derart gehäuft, dass das gegenseitige Vertrauen irreparabel geschädigt worden» sei, sagte er dem Tagesanzeiger. Der NZZ verriet derselbe Mann dann umgekehrt, dass er bei den KESB Fällen «fachlich nicht mitreden könne».

Klar ist: der Stadtrat realisierte vor Monaten, dass es mit der so geführten KESB nicht weitergehen kann. Er liess sich lange juristisch beraten, bis er endlich zur Tat schritt. Das weiss Linth24 aus erster Hand. Fragt sich nur, warum der Stadtrat den sündhaft teuren KESB Prozess auf dem Rücken der Steuerzahler trotzdem weiterzog.

Für Linth24 wird es in dieser Sache noch einiges zu berichten geben.

(Linth24, Mario Aldrovandi)