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12.08.2022

Valentin Merz zeigt Babuschka-Film

Regisseur Valentin Merz hat am Locarno Film Festival seinen Film "De Noche los Gatos son Pardos" vorgestellt. Er steht damit als einziger Schweizer im Wettbewerb.
Regisseur Valentin Merz hat am Locarno Film Festival seinen Film "De Noche los Gatos son Pardos" vorgestellt. Er steht damit als einziger Schweizer im Wettbewerb. Bild: Keystone/URS FLUEELER
75. Film Festival Locarno – "De Noche los Gatos son Pardos" von Valentin Merz ist am 75. Locarno Film Festival als einziger Schweizer Beitrag im Rennen um einen Goldenen Leoparden für den besten internationalen Film. Dabei hat er wenig Schweizerisches an sich.

Zwischen Frankreich und Mexiko gedreht, ist "De Noche los Gatos son Pardos" wie eine Art Babuschka, als Film im Film, aufgebaut. So ist Valentin Merz auch im Film der Regisseur, Kameramann Robin Magnetti spielt ebenfalls sich selber und die Schauspielerinnen und Schauspieler haben ihre eigenen Namen.

Der Film, der am Donnerstag in Locarno seine Weltpremiere feierte, erzählt vom Dreh eines Pornofilms, der sich nach dem Verschwinden des Regisseurs jedoch in einen Horrorfilm mit Zombies verwandelt, in dem nackten Körper in Schreie und Blut übergehen.

"Ich hatte Lust, einen Film mit mehreren Geschichten und mehreren Hauptfiguren zu drehen, eine grosse Geschichte zu erzählen und heterogene Elemente in ein und demselben Objekt unterzubringen", sagte der Zürcher Filmemacher im Interview mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dieses fand am Rande des Locarno Film Festivals und im Beisein von Produzentin Marie Lanne-Chesnot und Schauspieler Jean-Charles de Quillacq statt.

Der Körper im Mittelpunkt

Themen wie Liebe, Sexualität, Tod und die Liebe zum Kino prägen die Handlung. Es gibt keine wirkliche Hauptfigur in dem Film, der aus mehreren Erzählsträngen besteht - zum einen der Aufzeichnung des Films, zum anderen der Suche nach dem unter mysteriösen Umständen verschwundenen Regisseur Valentin.

Der Titel, der mit "Im Dunkeln sind die Katzen grau" übersetzt werden kann, stammt von den Muxes. So heissen in der Kultur der Zapoteken im Süden Mexikos Männer, die sich als Frau verkleiden. "Der Satz bedeutet, dass man im Dunkeln sein kann, wie man will", so Merz. Es werde "eine künftige Gemeinschaft gezeigt", so Jean-Charles de Quillacq. "Im Film werden verschiedene Sprachen gesprochen, verschiedene Hautfarben gezeigt, und es kommen junge und ältere Menschen vor."

Laut Marie Lanne-Chesnot steht der Körper in all seinen Formen im Mittelpunkt des Films. Zunächst in den erotischen Szenen, dann aber auch im Rahmen einer Verwandlung in ein Zombie, in der Erscheinung einer mexikanischen Frau als Geist und schliesslich in dem leblosen Körper, der zu Asche zerfällt: "Der Film spielt mit der Präsenz und dem Verschwinden des Körpers und ebenso mit seiner Fragilität", so Merz.

Keystone-SDA