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10.08.2022

Sparpotential bei Krankenkassenprämien unter der Lupe

Durch den Wechsel der Versicherungsgesellschaft sowie den Abschluss eines rabattierten Modells, können Schweizer Bürgerinnen und Bürger jedes Jahr hunderte Franken sparen.
Durch den Wechsel der Versicherungsgesellschaft sowie den Abschluss eines rabattierten Modells, können Schweizer Bürgerinnen und Bürger jedes Jahr hunderte Franken sparen. Bild: zv
Zwar ist der Energiekostenanstieg ebenso wie das grundlegende Inflationsniveau in der Schweiz weniger prekär als in anderen Staaten, dennoch ist das Geld in vielen Haushalten knapp. Grund dafür sind nicht nur steigende Preise, sondern auch hohe Gesundheitskosten - allen voran für die obligatorische Grundversicherung sowie optionale Zusatztarife.

Fast jedes Jahr warnen die Krankenkassen vor erneuten Prämienerhöhungen für zahlreiche Versicherte. Grund genug, das Sparpotential bei der Krankenversicherung einmal genau unter die Lupe zu nehmen.

Der erste Schritt ist die Optimierung der Grundversicherung. Wer einen unabhängigen Krankenkassenvergleich bemüht, wird schnell feststellen, dass bereits im Standard-Modell mit freier Arztwahl deutliches Sparpotenzial steckt, wenn man zu einer günstigeren Krankenkasse wechselt. Noch besser: Ein Wechsel in ein günstigeres Modell. Je nach Versicherungsmodell winken Rabatte von bis zu 25 % im Vergleich zum Standardmodell.

Franziska Junghans vom Portal Vergleichscheck.ch erklärt: “Viele Menschen, die bei uns die Prämien vergleichen oder sich beraten lassen, sind erstaunt, wie viel Geld sich durch relativ simple Massnahmen sparen lässt. Das häufigste Problem ist schlicht und ergreifend, dass die Menschen es nicht wissen. Durch die aktuelle, globale Situation, die sich in den Geldbeuteln der Menschen widerspiegelt, ist die Nachfrage aber besonders gross. Das beobachten wir jeden Tag - nicht nur beim Thema Krankenkasse. Auch die Altersvorsorge beschäftigt die Menschen. Wir versuchen also entsprechend Aufklärungsarbeit zu leisten und so gut es geht zu unterstützen.”

Alternative Versicherungsmodelle mit Sparpotential

Die Telmed-Modelle der Schweizer Krankenkassen erfordern, dass sich Versicherte im Krankheitsfall zunächst an eine telefonische Beratungsstelle wenden. Weil die Versicherungen auf diese Weise Kosten senken, geben sie diesen Kostenvorteil mit bis zu 15 % Rabatt an die Versicherten weiter.

Im Hausarztmodell ist der Allgemeinmediziner immer erster Ansprechpartner. Ausserdem kann der Hausarzt von der Versicherung festgelegt werden. Mit bis zu 20 % Rabatt ist das Sparpotenzial hier noch einmal erhöht.

Das meiste Geld - bis zu 25 % im Vergleich zum Standardmodell - lässt sich im HMO-Modell sparen. Statt zum Hausarzt, führt einen der erste Weg stets in eine HMO-Praxis, eine Gruppenpraxis mit mehreren Spezialisten für verschiedene Gesundheitsbereiche.

Es ist noch mehr möglich: Ganze 50 % Sparpotenzial birgt eine Erhöhung der Franchise. Allerdings lohnt sich dies nicht für alle Versicherten. Hier sollten die individuelle gesundheitliche und finanzielle Situation den Ausschlag geben.

Die maximale Ersparnis bei den Krankenkassenprämien wird durch eine Erhöhung der Franchise erreicht. Der Antrag muss der Versicherung bis zum 31. Dezember vorliegen. Bild: zv

Überversicherung bei Premiumschutz vermeiden

Auch im Bereich der Zusatzversicherungen schlummern Sparoptionen: Zwar sind viele Zusatzversicherungen wie beispielsweise Zahnzusatzversicherungen aufgrund des begrenzten Leistungsspektrums der obligatorischen Grundversicherung ein Segen, allerdings kommt es auch schnell zur Überversicherung.

Versicherungsexpertin Junghans rät: “Die meisten Versicherer bieten spezielle Packages im ambulanten Bereich an, über die sich gleich mehrere Gesundheitsbereiche abdecken lassen. Diese wirken auf den ersten Blick teurer, sind in der Summe aber meist günstiger als der Abschluss vieler kleiner Versicherungen für ganz eng abgesteckte Risiken.” Junghans verweist hier zudem auf nicht vorhandene Unabhängigkeit bei Beratern der grossen Versicherungsunternehmen. Diese seien an Quoten gebunden und primär daran interessiert, die Produkte der eigenen Versicherung zu verkaufen. 

Tipp: Durch den Wechsel auf ein größeres Zahlungsintervall sind weitere Einsparungen möglich. Wer von einer monatlichen Zahlung der Prämien auf eine halbjährliche Zahlung umsteigt, spart etwa 0,5 % – bei einer jährlichen Begleichung bis zu 1 %.

Kündigung und Wechsel: unbedingt Fristen beachten

Der Krankenkassenwechsel muss jedes Jahr bis spätestens 30. November erfolgen. Wichtig: Alle Verbindlichkeiten müssen vorab ausgeglichen werden. Ausserdem muss bereits eine neue Versicherung für das Folgejahr abgeschlossen worden sein. Wer lediglich seine Franchise erhöhen will, hat bis zum 31. Dezember Zeit, seiner Krankenversicherung den Wechselwunsch mitzuteilen. Soll die Franchise gesenkt werden, verlangen die Versicherungsunternehmen, dass der Antrag bis zum 30. November vorliegt.

Interessant: Versicherte mit Standard-Tarif und einer Franchise von 300 Franken können die Versicherung auch unterjährig zum 1. Juli kündigen.

promo