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Strafversetzung ins Polarmeer für Fedotow

Ivan Fedotow holte letzte Saison als Nummer-1-Goalie von ZSKA Moskau den Meistertitel in der KHL und mit Russland Silber an den Winterspielen in Peking
Ivan Fedotow holte letzte Saison als Nummer-1-Goalie von ZSKA Moskau den Meistertitel in der KHL und mit Russland Silber an den Winterspielen in Peking Bild: KEYSTONE/EPA/MARK CRISTINO
Russland – Der wegen angeblicher Wehrdienstverweigerung festgenommene russische Nationaltorhüter Ivan Fedotow wird auf eine Militärbasis auf der Arktis-Insel Nowaja Semlja strafversetzt.

Dies vermeldet die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Informationen aus den russischen Sicherheitsorganen. Ivan Fedotow wollte im Sommer seinen bisherigen Klub ZSKA Moskau verlassen, um in der National Hockey League für die Philadelphia Flyers zu spielen.

Der 25-Jährige wurde am Freitag in St. Petersburg nach dem Training festgenommen. Später wurde bekannt, dass er in ein Kreiswehrersatzamt gebracht wurde. Nach mehrstündigem Aufenthalt dort wurde dem Sportler schlecht und er musste mit dem Krankenwagen in eine Klinik gefahren werden. Am Sonntag wurde Fedotow dann zum Marinestützpunkt Seweromorsk, nördlich von Murmansk, gebracht. Die Insel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer, wo Fedotow voraussichtlich seinen Dienst leisten wird, ist auch als ehemaliges sowjetisches Atomtestgelände bekannt.

Fedotow holte letzte Saison mit ZSKA Moskau den Meistertitel in der KHL und gewann bei den Olympischen Winterspielen in Peking mit der russischen Mannschaft die Silbermedaille. Insider in Russland gehen davon aus, dass die unerwartete Einberufung Fedotows damit zusammenhängt, dass die ZSKA-Führung verärgert war über den Wechsel nach Nordamerika. Als Spieler des Armeeklubs ZSKA Moskau gehörte Fedotow automatisch zu den russischen Streitkräften.

Keystone-SDA