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Gastgeber Finnland will das Double

Nach acht Heim-WM ohne Medaille will Finnland den "Heim-Fluch" beenden
Nach acht Heim-WM ohne Medaille will Finnland den "Heim-Fluch" beenden Bild: KEYSTONE/EPA/KIMMO BRANDT
WM in Finnland – WM-Gastgeber Finnland kann am Wochenende als zweite Mannschaft im gleichen Jahr Olympiasieger und Weltmeister werden. Gegner im Halbfinal sind die USA.

Zum elften Mal finden Olympische Spiele und Weltmeisterschaften im gleichen Jahr statt. Bislang schaffte einzig Schweden im Jahr 2006 das Double. Nun könnte Finnland nachziehen, die Chancen dazu stehen gut. Das Team von Trainer Jukka Jalonen ist aufgrund seiner defensiven Stabilität sehr schwer zu bezwingen.

In der Gruppenphase kassierten die Finnen in sieben Spielen bloss fünf Gegentore, eine Niederlage setzte es einzig gegen Schweden (2:3 n.P.) ab. Zudem unterstrichen die Einheimischem im Viertelfinal gegen die aufstrebenden Slowaken, dass das Nervenkostüm hält, drehten sie doch ein 0:2 in ein 4:2. Im letzten Drittel, das sie 2:0 gewannen, liessen sie noch zwei slowakische Torschüsse zu.

Ein Fall für Marko Antilla

Zudem haben die Finnen mit dem 37-jährigen Marko Antilla einen Spieler in ihren Reihen, der immer wieder in wichtigen Partien performt. Beim WM-Titel 2019 glich der 2,03 m grosse Hüne im Viertelfinal gegen Schweden 89 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 4:4 aus, im Halbfinal gegen Russland erzielte er den einzigen Treffer, und beim 3:1 im Final gegen Kanada zeichnete er mit zwei Toren für die Wende vom 0:1 zum 2:1 verantwortlich.

Im Februar im Olympia-Final gegen die russische Auswahl bereitete Antilla das siegbringende 2:1 vor, und nun war er im Viertelfinal gegen die Slowakei zum 1:2 und 2:2 erfolgreich. Kein Wunder nahm NHL-Spieler Markus Granlund nach der Partie bezüglich Antilla das Wort unglaublich in den Mund.

In der Vorrunde setzten sich die Finnen gegen die USA 4:1 durch. Jedoch zeigten die jungen Amerikaner gegen die Schweiz (3:0), zu was sie fähig sind. Allerdings gehörten die USA seit dem Gewinn der Goldmedaille 1960 in Lake Placid nie mehr zu den besten zwei Teams an einer WM. Sie verloren seither sämtliche zehn Halbfinals, 1994 sowie 2001 gegen Finnland. Nun soll dieser "Fluch" endlich überwunden werden.

Kanada favorisiert

Viel deutet allerdings darauf hin, dass der Final zum dritten Mal in Folge Finnland gegen Kanada heisst. Jedenfalls sind die Nordamerikaner im Halbfinal gegen die vom früheren SCB-Trainer Kari Jalonen gecoachten Tschechien zu favorisieren. Der Titelverteidiger setzte sich im Viertelfinal gegen Schweden (4:3 nach Verlängerung) in extremis durch, holte ein 0:3 auf. Das 2:3 und 3:3 schossen die Kanadier in der 59. Minute innerhalb von 30 Sekunden. Genau diese mentale Stärke zeichnet sie aus.

Die Tschechen spielen ein unspektakuläres Eishockey. Eine der grössten Stärken ist das Powerplay, in dem es die Osteuropäer in den ersten acht Partien auf eine Erfolgsquote von 38,10 Prozent brachten - im Viertelfinal gegen Deutschland (4:1) erzielten sie die ersten drei Tore in Überzahl.

Dass das Powerplay so gefährlich ist, ist eng mit dem Namen Roman Cervenka verbunden. Der Stürmer der Rapperswil-Jona Lakers hatte bei sieben der acht tschechischen Überzahl-Treffer den Stock im Spiel, zweimal reüssierte er selber. Total kommt Captain Cervenka auf 14 Skorerpunkte (vier Tore), womit er diese Wertung vor dem Kanadier Pierre-Luc Dubois (7 Tore/5 Assists) anführt. Die Tschechen streben die erste WM-Medaille seit 2012 an.

Keystone-SDA