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27.01.2022

Amoklauf in Heidelberg: Motiv weiter unklar

Polizeibeamte untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität. Auf dem Campus der Heidelberger Universität hat es einen Amoklauf gegeben. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Polizeibeamte untersuchen eine Waffe am Gelände der Heidelberger Universität. Auf dem Campus der Heidelberger Universität hat es einen Amoklauf gegeben. Foto: Sebastian Gollnow/dpa Bild: Keystone/dpa/Sebastian Gollnow
Deutschland – Nach dem Amoklauf an der Universität Heidelberg liegt das Motiv für die Bluttat weiter im Dunklen.

Eine 23-jährige Studentin war getötet und drei weitere junge Menschen waren verletzt worden waren. Nach der Tat brachte sich der 18-jährige Schütze um.

Die deutsche Polizei deutete aber an, dass eine "im Raum stehende" psychische Erkrankung des jungen Mannes Ursache für die Tat gewesen sein könnte.

Unterdessen ermitteln die österreichischen Behörden zu Details des Waffenkaufs des Studenten bei einem Waffenhändler und einer Privatperson. Der junge Mann, der wie das Todesopfer im ersten Semester Biologie studierte, hatte laut Polizei etwa eine Woche vor der Tat in Österreich drei Gewehre erworben.

Beamte stellten am Tatort zwei der Waffen und rund 150 Schuss Munition sicher - zunächst war deren Zahl auf 100 Schuss geschätzt worden. Die dritte Waffe habe die österreichische Polizei in einem Zimmer gefunden, das der junge Mann bei einem Aufenthalt angemietet habe.

Die Ermittler prüfen den Angaben zufolge ausserdem Hinweise zu Verbindungen des Mannes zur rechtsextremen Partei Der Dritte Weg. Die Darstellung, er sei 2019 ausgetreten, dementierte die Organisation auf ihrer Website.

Er habe im September 2019 einen nicht unterschriebenen Fördermitgliedsantrag an das Postfach der Partei geschickt. Da sich der Antragssteller jedoch unter den angegebenen Kontaktdaten nicht gemeldet habe, sei sein Fall einen Monat später zu den Akten gelegt worden. Die Ermittlungsgruppe "Botanik" hat nach eigenen Angaben keine Anzeichen auf Kontakte des Schützen ins rechte Spektrum.

In den sozialen Medien kursieren viele falsche Behauptungen um den Täter. "Wir haben uns in sieben Fällen wegen Fake News um den Täter an Twitter gewandt, um die Löschung von Meldungen zu veranlassen", sagte Polizeisprecher Patrick Knapp. Gründe waren nicht belegte Aussagen zu Identität, Herkunft, politischer Orientierung oder Impfstatus des Attentäters.

Keystone-SDA