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Rapperswil-Jona
29.12.2021
28.12.2021 18:17 Uhr

Feuerwehr-Streit: Stöcklings Waterloo geht weiter

Kein Ende beim Feuerwehr-Streit in Rapperswil-Jona: Die Feuerwehrkommission unter Stadtpräsident Martin Stöckling schmetterte eine gütliche Einigung ab.
Kein Ende beim Feuerwehr-Streit in Rapperswil-Jona: Die Feuerwehrkommission unter Stadtpräsident Martin Stöckling schmetterte eine gütliche Einigung ab. Bild: Linth24
Der Feuerwehr-Streit – Linth24 nannte es einmal «Stöcklings Waterloo» – geht in die nächsten Runden. Ein Stadtrat versuchte den Konflikt zu lösen. Stöcklings Feuerwehrkommission lehnte den Vergleich ab.

Die von Stadtpräsident Martin Stöckling und seiner Feuerwehrkommission abgestraften Feuerwehrler haben sich in den letzten Monaten mit der Stadt drei Mal zu Friedensgesprächen getroffen. Die Initiative ging von einem Stadtrat aus, der zusammen mit dem Stadtpräsidenten mit den Feuerwehrlern an den Tisch sass.

Dass in diesem, von der Stadt vom Stapel gelassenen Streit endlich ein Dialog aufgenommen wurde, entsprach seit Anbeginn der Differenzen dem Wunsch der Feuerwehrler. Doch der Stadtpräsident habe, wie die Feuerwehrler ausführen, «über die ganze Dauer des seit fast zwei Jahren schwelenden Streites» eine Mediation «kategorisch abgelehnt».

Seit Oktober verhandelt

Die Gespräche der beiden Parteien starteten Ende Oktober. Darin ging es um die Rehabilitation der Feuerwehrler, die Opfer von äusserst fragwürdigen Führungsentscheiden wurden. Sie hatten auf privater Basis und auf Wunsch örtlicher Schulen deren Lehrpersonal Nothelferkurse gegeben. Das passte der Feuerwehrführung nicht, weshalb sie von Stöcklings Feuerwehrkommission mit Weiterbildungsentzug, Degradierung und Aussperrung aus der Feuerwehr abgestraft wurden.

Feuerwehrkommission lehnt ab

Unter der Führung des sich für den Frieden einsetzenden Stadtrates – auf sein Wunsch wird sein Name nicht genannt – und im Beisein des Stadtpräsidenten wurde zwischen den Parteien eine Vereinbarung erarbeitet. Mitte Dezember aber wurde das Friedenspapier von der Feuerwehrkommission «kommentarlos abgelehnt».
Pikant ist, dass die von Stöckling präsidierte Feuerwehrkommission das Verhandlungsresultat ablehnte, obwohl er selber bei den Verhandlungen am Tisch sass. Womit man sich fragen muss: Wollte die Kommission ihren Präsidenten ins Leere laufen lassen – oder sass Stöckling mit den Feuerwehrlern nur alibimässig zusammen?

Mündliche Abfuhr

Die Ablehnung des erarbeiteten Papiers wurde den Feuerwehrlern vom vermittelnden Stadtrat ohne weitere Begründung mündlich mitgeteilt.
Bekannt ist, dass die Stadt den Feuerwehrlern neben den in der Stadt aufgelaufenen Anwaltskosten bis heute immerhin 16'000 Franken Schadenersatz bezahlen musste.
Den Feuerwehrlern bleibt nun nur noch, weiter den Rechtsweg zu beschreiten. Stöcklings Waterloo geht somit in die nächsten Runden – immer schön auf Kosten der Steuerzahler.

Bruno Hug, Linth24