40 WEISS-STÖRCHE ÜBERWINTERTEN IM LINTHGEBIET

Die «Winter-Störche» werden durch Helfer der Storchenstation Uznach betreut.  Schon bald fliegen weitere Störche aus dem Süden ein. Doch die Arbeit der Uzner Storchenfreunde wird zunehmend erschwert.

Uznach ist schweizweit bekannt für seine Storchen-Kolonie. In Fronarbeit und mit viel Begeisterung ist der Storchenverein Uznach am Werk. Leider wird diese Arbeit zunehmend durch Vorschriften erschwert, welche die Begeisterung schmälern.

Viel Arbeit im 2018
An der ordentlichen Hauptversammlung orientiere Präsident Bruno Bachmann über das Betreuungsjahr 2018. Nach der Sanierung der Kreuzkirche konnten die Horste wieder montiert werden. Und schon wenige Stunden später bauten die neuen Mieter – die Störche – an den Nestern weiter.

Im November wurde das alte Drahtgeflecht rund um das Storchen-Gehege durch ein neues feinmaschiges Geflecht ersetzt. Dies war nötig, da sich Wildtiere im Gehege verbissen hatten. Im gleichen Arbeitseinsatz wurde durch die Storchen-Freunde in vielen Stunden ein neuer Teich erstellt.
Ausserdem ermöglichte der Verein letzten Jahr 20 Führungen in der Storchen-Station hinter der Kreuzkirche von Uznach.

Breit abgestützter Verein
Der Storchenverein Uznach ist ein Stützpunkt der Organisation «Storch Schweiz». Nach vielen Aufbaujahren durch Ernst Friedrich übernahm der Storchenverein die Betreuung der Weiss-Störche. Rund 350 Gönner und Passive unterstützen den Verein. Um all die Unkosten rund um die Hege der Störche bewältigen zu können, ist der Storchenverein auf Spender und Gönner angewiesen.

Vor allem im letzten Jahr entstanden Mehrkosten aufgrund der beschriebenen aufwändigen Arbeiten. In der Kasse blieb trotz einer Extra-Spende ein Loch von 8‘000 Franken. Gerda Camenisch orientierte als Kassiererin über die Bilanz- und Erfolgsrechnung und legte ein Budget vor. Der Storchen-Verein hofft, dass durch Spenden, Gönner und Patenschaften die Kasse wieder geebnet werden kann.

 

Bürokratische Hürden
Veterinäramt, Tierschutz, Amt für Natur, Jagd und Fischerei, Vogelwarte Sempach und das Forstamt erlassen Vorschriften, die kaum ausgeführt werden können und für den Verein vor allem Hindernisse bedeuten. So wird der Weiss-Storch in der Schweiz künftig als Wildtier eingestuft, der weder Hilfe noch Betreuung benötige. Da sind der Storchen-Verein Uznach und insbesondere die Betreuer Peter Wachter und Kurt Senn ganz anderer Meinung. Denn schon heute werden die Störche nach der ausgedehnten Ansiedlungszeit seit Jahren nicht mehr gefüttert. Das mag ein Grund sein, dass oftmals keine Störche im Gehege hinter der Kreuzkirche zu sehen sind und trotzdem die Storchenstation in Uznach so erfolgreich ist.

Aktiver Verein
Peter Wachter und Kurt Senn orientierten über die Betreuung und bezeichneten das Jahr 2018 als Rekordjahr. 42 Horste wurden in Uznach und Umgebung registriert, die von 84 Storchen paarweise bewohnt waren.

71 Jungtiere konnten im Juli beringt werden. Dies war möglich, durch den Einsatz der Feuerwehr Uznach-Schmerikon und eines anerkannten Fachmanns. Rund die Hälfte der Jungtiere fanden Paten. Über die ganze Brutzeit wurden die Storchenfamilien von den Betreuern überwacht, denn deren Verhalten interessiert «Storch Schweiz» sehr. Leider gibt es immer wieder tote Störche. Letztes Jahr waren es vier Tiere. Über ihre Herkunft wusste man dank der Beringung Bescheid.

Anflug von Süden
In wenigen Wochen werden die ersten Störche eintreffen, die in Südspanien überwinterten. Etwas später folgen diejenigen aus Afrika. Die besten Nester werden dann schon belegt sein und es wird deshalb harte Kämpfe geben. Unter lautem Geklapper finden die Paare zur Brut zusammen.

Wer mehr über die Störche im Linthgebiet wissen möchte oder speziell über den mit einem Sender ausgerüsteten Storch «Kuruka», findet alles Wissenswerte über www.storechenverein-uznach.ch

Werner Hofstetter

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