1-2-GEISSEBEI: GROSSE STIMMUNG VOR UND IM RATHAUS

Das Eis-zwei-Geissebei 2019 markierte einmal mehr einen gelungenen Fasnachts-Abschluss in Rapperswil-Jona – vor grossartiger Kulisse auf dem Hauptplatz.

Wie jedes Jahr war das Rathaus am Rapperswiler Hauptplatz am Fasnachtsdienstag brechend voll. Entsprechend hoch waren die Erwartungen der rund 300 Gäste.

Sie freuten sich auf einen pfeffrigen Fasnachtstag und bekamen ihn auch. Stadtpräsident Martin Stöckling eröffnete den Traditions-Anlass pünktlich um halb 12 Uhr, musste aber gleich mit einer Panne starten. Gehört wurde er nur im sogenannten «Vorhimmel», also im obersten Stock des Rathauses, indem die Senioren Platz nehmen. In allen anderen Etagen versagte die Lautsprecheranlage. Ansonsten führte «Stöck» launig, aber auch etwas brav durch den Tag.

Es schien, als ob er seine Untertanen lieber etwas schonen wollte. Oder vielleicht lag ihm auch das vom Stadtrat bewilligte «Monsterschiff» in Rapperswils Hafen auf dem Magen, welches in jeder Nummer auf die Schippe genommen wurde.

Das beste aus seiner Rede: Was ist der Unterschied zwischen einem Telefon und einem Politiker. «Das Telefon kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat», verballhornte Stöck seine Politikergilde.

 

Weiter gings mit Ehrengast Gottfried Locher, Präsident der Evangelischen Landeskirche. Als Zwingli verkleidet, startete er mit einigen saftigen Sprüchen – von den Lakers, über die Berner Rösti bis zum neuen Riesenschiff im Hafen, dank dem man den Seedamm abbrechen könne. Mit dem Dampfer gelänge es dann praktisch mit einem Gump von Pfäffikon nach Rapperswil überzusetzen. Danach blieb sich der Kirchenherr aber treu und hielt eher eine Bergpredigt denn eine Fasnachts-Nummer.

Stapi, Bühler’s Schiff und Furrer
Mehr auf den Putz haute Markus Speck, alias Jonas Rappolder, der nach der «Sternstunde Religion» zur «Sternstunde Philosophie» wechselte. Er meinte, mit dem Klimawechsel würde der Seepegel in Rapperswil bald auf den Lindenhügel steigen. Die Bevölkerung könne sich aber dann ja mit Oli Bühlers Riesenschiff retten. Weiter bereitete er sich noch auf das Geissebei der Zukunft vor. Die Kinder würden zuhause bleiben und auf Twitter und Snapchat die Würste bestellen, welche ihnen mit Drohnen angeliefert würden.

Eine Klasse-Nummer liessen Philipp Elsener, Basil Vollenweider und Anwalt Linus Hofmann mit ihrem «Saugericht» vom Stapel. Sie «verurteilten» den abtretenden Schulpräsidenten Thomas Rüegg und taten kund, nicht alle in der Stadt würden künftig seine salbungsvollen und galant vorgetragenen Reden vermissen. «Er liebte seinen hohen Posten und die Schule durfte alles kosten», entschieden die Richter und verbannten ihn zur Busse auf eine Insel im Zürichsee.

Auch über den Tourismusdirektor Simon Elsener richtete das «Saugericht»: «Mit dem Stöcklein an der Hand zieht er durchs ganze Land», riefen die Richter in den Saal. Natürlich bekam auch der Bauchef sein Fett weg: «Der Furrer, dieser Gockel, steht noch immer auf dem Sockel», donnerten sie und folgerten gleich noch: «Der Stapi und seinen Tross soll man holen vom hohen Ross».

Den Abschluss der Fasnachts-Nummern machten Hans Länzlinger und Rahel Würmli als «Tapi und Lonä», die nach vierjähriger Pause das erste Mal wieder auftraten. Unter dem Motto: «Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie einmal war» zogen sie den Ex-Stapi Zoller wie den heutigen Stapi und natürlich das geplante Riesenschiff durch den Kakao.
Punkt 15 15 Uhr flogen dann, der uralten Tradition folgend, hunderte von Würste, Biberli und Bürli aus dem Rathausfenster – dem Volk entgegen. Und aus rund 1000 Kehlen schrie es von unten: «Eis-zwei-Geissebei, eis-zwei-Geissebei…»

 

Redaktion Linth24

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